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60 Jahre ZAR – Die Zeit von 1954 bis 1974

1954: Funktionäre mit Weitblick gründeten die ZAR

Die ZAR-Geschichte begann am 19. Mai 1954: Zu dieser Zeit erhielten die zukünftigen Mitglieder der ZAR den positiven Bescheid der Vereinsbehörde, dass dieser Verein ab sofort seine Tätigkeit aufnehmen kann.

Der erste ZAR-Obmann war kein geringerer als der Landwirtschaftsminister Ök.-Rat Franz Thoma

ZAR

Zur Idee sowie der intensiven vorangegangenen Diskussion könnte der Gründervater der ältesten freiwilligen Interessenvertretung in der heimischen Tierproduktion, der bedeutende steirische Agrarpolitiker Franz Thoma und erst der zweite Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft in der Zweiten Republik (1952 bis 1959), wohl einiges erzählen. Fest steht, dass er die Notwendigkeit einer bundesweiten Organisation innerhalb der Rinderzucht rechtzeitig und mit Weitblick erkannte. So fand bereits im Jahre 1951 eine erste Sitzung statt, in der die Gründung einer Dachorganisation beschlossen wurde. Zur offiziellen Gründung sollte es noch 3 Jahre dauern.

Im Jahr 1954 wurden noch 7.105 Kontrollkühe zur Arbeitsleistung eingesetzt. Bis ca. 1950 wurden fast alle österreichischen Rinderrassen auch als Zugtiere verwendet

Litzlbauer

Beweggründe gab es viele: Nach den Wirren des 2. Weltkrieges war es notwendig, so rasch als möglich die Ernährungs- und Versorgungssicherheit, unter anderem durch die Forcierung der Rinderzucht, herzustellen. Tierseuchen trugen dazu bei, dass ein bundesweites Vorgehen wichtiger denn je wurde. Mitte der Fünfzigerjahre konnte bereits die Selbstversorgung bei Milch und Molkereierzeugnissen erreicht werden. Exporte sowohl im Milch- als auch im Zuchtviehbereich wurden notwendig. Damit ergab sich schon das nächste Betätigungsfeld der ZAR, nämlich für einen international einheitlichen Werbeauftritt für österreichische Zuchttiere zu sorgen. Die Verbindung zum Agrarressort des Ministeriums war traditionell sehr eng. Der jeweilige Leiter der Tierzuchtabteilung war bis in die neunziger Jahre zugleich Geschäftsführer der ZAR, der Vereinssitz bis 1972 die Adresse des BMLF am Stubenring 1.

Das langgediente Logo der ZAR bestand aus einem „Ö“ mit einem Rinderkopf in der Mitte und diente den damaligen Messingohrmarken als Schutzzeichen

ZAR

Die sechziger Jahre standen im Zeichen der Umstellung auf elektronische Datenverarbeitung sowie der Einführung der Berechnung der Standardlaktationen für züchterische Vergleiche, der Zuchtwertschätzung für die Milchleistung (Töchterpopulations-
vergleich) sowie der Einführung des Tiefgefrierverfahrens in der künstlichen Besamung mit dem wesentlichen Vorteil, die Pailletten praktisch unbegrenzt lagerfähig zu erhalten. Durch die österreichweite Lebensnummer konnten die Tiere ab sofort eindeutig identifiziert werden. Zur Kennzeichnung der Rinder entschieden sich damals alle Kontrollverbände für Messingohrmarken sowie einem Schutzzeichen der ZAR.

Ein Meilenstein in der österreichischen Rinderzucht war die Einführung der „TGN2-Konservierung“ in der Besamungsstation Ried i. I. im Jahre 1966.

Lichtbildstelle

Die siebziger Jahre brachten mit der Einführung der Mehrwertsteuer weitere Schwierigkeiten für den Zuchtviehexport. Um diese Teuerung auszugleichen, wurden damals Exporterstattungen geschaffen, die erst im Vorjahr wieder nach einem nicht mehrheitlichen Beschluss der Mitgliedstaaten endgültig abgeschafft wurden und Ausfuhrbeihilfen nur noch im Krisenfall eingesetzt werden sollen.

Werbung für die Milchleistungskontrolle der LK-NÖ und Wien zur Zeit der Vereinsgründung.

Pichler

Auf Basis der von Dr. Alois Essl und Doz. Dr. Alfred Haiger an der Universität für Bodenkultur entwickelten Methode wurden die Jahresabschlussprogramme neu erstellt und die Zuchtwertschätzung für Stiere und Kühe neu programmiert.

1974, 20 Jahre nach der Gründung der ZAR, war Österreich maßgeblich unter der Leitung von Dr. Otmar Föger bei der Gründung der Welt-Simmental-Fleckviehvereinigung in Zagreb, Kroatien, beteiligt.

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