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Algerien – Bericht über einen wichtigen Handelspartner Österreichs

Viehexport ist weder eine Selbstverständlichkeit noch eine Einbahnstraße. Aus diesem Grund gibt es eine verstärkte  Zusammenarbeit zwischen Österreich und Algerien sowie  zwischen von Tirol und der Region Khenchela.

Die Tiroler Aktivitäten stießen in Algerien auf ein gewaltiges Interesses. Die Gruppe wurde zu einem 20 minütigen Liveberichterstattung vom algerischen Fernsehen eingeladen. Die Sendung wurde weltweit über Satellit ausgestrahlt.

Das Projekt des Landes Tirol entwickelt sich zu einem ganz besonderen Vorzeigemodell. Eingefädelt wurde die Maßnahme durch die derzeitige Botschafterin von Österreich in Algerien,  Frau Aloisia Wörgetter, die aus St. Johann in Tirol stammt.

Algerien ist derzeit das wichtigste Zuchtviehexportland Österreichs. Österreich exportierte im Jahre 2013 insgesamt 24.901 Zuchttiere ins Ausland. Den Größten Marktanteil dabei hat Algerien mit rund 34 % bzw. Rund 8.400 Stück. Aus algerischer Sicht ist für sie das wichtigste Land derzeit Frankreich. Frankreich exportierte im Jahre 2013 Zuchttiere im Wert von 65. Mio. Euro, an zweiter Stelle liegt Deutschland mit 22 Mio. Euro und bereits an dritter Stelle Österreich mit 17 Mio. €. Österreich hat somit einen Marktanteil von 15 %. Dies bedeutet, dass jedes 6. Importierte Tier aus Österreich stammt.

Vom 19. bis 23. Juli war eine Delegation aus Tirol in Algerien. Der Expertengruppe gehört Frau Bettina Aufhammer aus Kössen, Mair Josef, Laffererbauer  zu St. Johann, Andreas Webhofer Fachlehrer der Landwirtschaftsschule Weitau und Ing. Otto Hausegger als Vertreter der österreichischen Rinderzucht – ZAR - an.

Das Tiroler Grauvieh stößt auf großes Interesse, die Experten sind sich einig, dass diese Rasse im Bergebiet beste Leistungen erbringt. Der höchste Berg Algeriens ist der Berg Tahat mit 2.908 Metern. Der Grauviehjungstier wird in nächster Zeit zum Deckeinsatz kommen.

Sie hatten in diesen Tagen ein umfangreiches Arbeitsprogramm zu erledigen. Auf Grund  der Lebensweise der Leute in Algerien, es war Ramadam, dauerten die „Tage“ mitunter  bis zu 20 Stunden. Es wurden Seminare und Vortrage gehalten, Betriebe besichtigt, Diskussionen geführt und konkrete Maßnahmen beschlossen. Unter anderem wird im Herbst eine Gruppe von Experten 14 Tage lang in der Fachschule Weitau, St. Johann ausgebildet, weiters sind spezielle Zuchtviehankäufe in Tirol geplant. Die Expertengruppe wurde von MMag. Markus Haas Wirtschaftsdelegierter der Wirtschaftskammer Österreich, Außenwirtschafts Center Algier begleitet. Sein Wissen und seine Kompetenz sind beeindruckend, er war und ist somit ein wertvolles Bindeglied zwischen heimischer Landwirtschaft und der österreichischen Exportwirtschaft.

Wie wichtig diese vertrauensbildende Maßnahmen sind, zeigt die aktuelle Situation auf. Eine Woche nach der Reise ist die Maul- und Klauenseuche in Algerien aufgetreten. In Folge wurden umfangreiche Beschränkungen für den Viehverkehr erlassen. Es ist zu hoffen, dass diese bald wieder aufgehoben  werden und somit die Nachfrage nach gesunden Zuchttieren aus Österreich wieder steigt.

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