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BH2: Auf der Spur eines Erbfehlers

In der Erbfehlerdiagnostik hat sich in letzter Zeit viel getan: So wurde auch der Braunvieh Haplotyp 2 identifiziert.

Auffällige Größenunterschiede bei gleichaltrigen Braunvieh-Kälbern weisen auf Erbfehler hin.

Birkenmaier

Durch gemeinsame Forschungsanstrengungen ist es der ZuchtData zusammen mit dem Lehrstuhl für Tierzucht der TU-München letztes Jahr gelungen, einen neuen Erbfehler beim Braunvieh zu identifizieren. Der als BH2 abgekürzte Braunvieh Haplotyp 2 ist mit erhöhter Totgeburtenrate und Verlusten in den ersten Lebenswochen verbunden.
 
Nach bisherigem Kenntnisstand sterben die meisten reinerbigen Tiere innerhalb der ersten Lebenswochen. BH2 wird seit August 2013 in Österreich, Deutschland, Italien und der Schweiz veröffentlicht. Während die ursächliche Mutation inzwischen bekannt ist, ist das genaue Krankheitsgeschehen bis dato immer noch nicht vollständig geklärt. Um dem rätselhaften Phänotyp auf die Spur zu kommen haben die Arge Braunvieh Österreich und die Braunvieh Schweiz sich entschlossen, Kälber aus unbewusst durchgeführten Risikoanpaarungen zu genotypisieren. Das Ziel dieser Studie ist es, lebende reinerbige Tiere an den veterinärmedizinischen Kliniken in Wien (Prof. Wittek) und Zürich (Prof. Bleul) eingehend zu untersuchen. So gelang es über die Typisierung von 116 Kälbern, vier lebende reinerbige BH2 Träger zu finden, die derzeit an den Kliniken untersucht werden.

Dies ist ein Beispiel für einen neuen und progressiven Umgang mit diesem Thema: hinschauen statt ignorieren!

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