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Gastkommentar von Andreas Täubl

Der neue Obmann des Landeskontrollverbandes Steiermark, Andreas Täubl, nimmt zur aktuellen Lage in der Milch- und Rinderwirtschaft Stellung.

Milchbauer in bewegten Zeiten

Gastkommentar von Andreas Täubl, neuer Obmann des Landeskontrollverbandes Steiermark

Wieder einmal stehen die österreichischen Milch- und Rinderbauern vor einschneidenden Veränderungen: Die GAP-Reform und das Ende der Milchquote sowie die aktuellen Verwerfungen auf den Absatzmärkten sind Ausdruck dafür. Diese Veränderungen werden spürbare Konsequenzen für jeden Einzelnen von uns bringen.

Die neue GAP bringt eine massive Umverteilung der Fördergelder. Die intensiven Milchbauern zählen eindeutig zu den Verlierern. Dieser Einkommensverlust muss wettgemacht werden, will man nicht massive Einschränkungen im persönlichen und wirtschaftlichen Bereich in Kauf nehmen. Die Konsequenz wird sein, dass viele Berufskollegen in die weitere Intensivierung und Ausweitung der Produktion gehen und versuchen werden,  über einen Mehrumsatz die Förderverluste zumindest teilweise zu kompensieren.

Märkte in Bewegung

Das aber bedeutet, dass mehr Milch und Zuchtvieh auf den Markt kommen wird. Im Regelfall bedeutet mehr Angebot bei gleichbleibender Nachfrage einen niedrigeren Preis. Das sehen wir augenblicklich: viele Berufskollegen reagieren bereits, stocken die Kuhbestände auf und liefern mehr Milch an die Molkerei, zurzeit ca. 6%. Die Folge: der Milchpreis sinkt und die Russland-Krise verstärkt die kritische Situation noch weiter. In dieser Situation ist es entscheidend, dass unsere Vermarktungsorganisationen, die sich größtenteils in bäuerlicher Hand befinden, mit Innovationskraft und doppelter Anstrengung für ein möglichst stabiles Umfeld sorgen.

LKV als Wegbereiter und Wegbegleiter

Als neu gewählter Obmann des LKV-Steiermark sehe ich diese bäuerliche Selbsthilfeeinrichtung zum einen als Wegbereiter und zum anderen als Wegbegleiter.  Wegbereiter insofern, als wir in Kooperation mit Wirtschaft und Wissenschaft Zukunftsthemen aktiv bearbeiten. Projekte wie „Efficient Cow“, ADDA, Gene2Farm, elektronisches Stallbuch und vieles mehr stehen dafür.

Als Wegbegleiter sehe ich den LKV im täglichen Herdenmanagement. Auf die Möglichkeiten des Rinderdatenverbundes, der Tagesberichte, des RDV4M und des LKV-App sowie die Kompetenz der Mitarbeiter möchte und will ich nicht verzichten. Das aber erfordert höchste Qualität der täglichen Arbeit, Innovationskraft und Aufgeschlossenheit. Und zwar von allen Beteiligten: von unseren Mitarbeitern genauso wie von uns selbst!

 

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