Sprachauswahl


90 Jahre Rinderzucht im Burgenland

Gastkommentar von LAbg. Reinhard Jany, Obmann des Rinderzuchtverbandes Burgenland

LAbg. KR Reinhard Jany, Obmann des Rinderzuchtverbandes Burgenland

Seit über 90 Jahren ist der Burgenländische Rinderzuchtverband, als eingetragene Genossenschaft für den Aufbau und die ständige Weiterentwicklung der heimischen Rinderzucht und Lebensmittelproduktion in unseren bäuerlichen Familienbetrieben verantwortlich. Durch die Erstellung, sowie der ständigen Anpassung von geeigneten Zucht- und Gesundheitsprogrammen wurde seit der Gründung immer mit besonderer Rücksichtnahme auf Umwelt, Tiergesundheit und Tierwohl mit aller Konsequenz versucht, gesunde, leistungsstarke Zuchttiere und Lebensmittel zu produzieren. Ein ganz besonderes Anliegen der Verantwortlichen in der 90-jährigen Geschichte der Rinderzucht Burgenland war es stets zu versuchen, die Zuchtarbeit in bäuerlicher Hand zu behalten und diese nicht, so wie in anderen landwirtschaftlichen Bereichen schon lange zuvor geschehen, an riesige, alles kontrollierende Agrarkonzerne zu verlieren.

Am 25.2.2015 feierte der Burgenländische Rinderzuchtverband im Rahmen seiner Generalversammlung sein 90 Jahr Jubiläum.

Am 14. Februar 1925 wurde im Sitzungssaal der Gemeinde Oberschützen die Gründungsversammlung des Verbandes der burgenländischen Fleckvieh-Zuchtgenossenschaften abgehalten. Gründungsmitglieder waren fünf Viehzuchtgenossenschaften mit 324 Mitgliedern und 710 Herdebuchkühen. Aufbau einer Leistungskontrolle, Tierkennzeichnung und Einrichtung einer Zuchtviehvermittlungsstelle waren die ersten Aufgaben des neuen Verbandes. Weiters wurde ein der damaligen Zeit angepasstes Zuchtprogramm mit einem dementsprechenden Zuchtziel erstellt. Die Durchschnittsleistung der kontrollierten Kühe betrug 1925 2125 kg Milch bei 3,65% Fett. Allerdings wurden damals noch über 70% der Kühe eingespannt und zu Arbeitsleistungen herangezogen. Die Leistungskriterien waren also völlig andere als in der heutigen Zeit. In den ersten Nachkriegsjahren mühten sich Vorstand und Geschäftsführung mit dem Neuaufbau des Verbandes ab, welcher Mitte der fünfziger Jahre im Wesentlichen abgeschlossen war. 1952 erfolgte der Beschluss zur Errichtung einer Versteigerungshalle in Oberwart, welche noch im selben Jahr der Benützung zugeführt wurde. Nun erlebte auch der Zuchtviehabsatz einen enormen Aufschwung, sodass das anfallende Zuchtvieh bald nicht mehr im Inland alleine abgesetzt werden konnte und zahlreiche Märkte im Ausland erschlossen wurden. Im Jahre 2000 wurde die bereits in die Jahre gekommene Versteigerungsanlage, aus Stadtentwicklungs-Gründen aus der Oberwarter Innenstadt an den Stadtrand ausgesiedelt und zu einem Rinderkompetenzzentrum ausgebaut.

In weiterer Folge wurde dem Verband auch die züchterische Anerkennung für alle im Burgenland angesiedelten Rinderrassen zugesprochen und dementsprechend der Name der Genossenschaft auf „Burgenländischer Rinderzuchtverband eGen“ geändert.

Durch das Qualitätssicherungssystem „Leistungsprüfung“ und durch jahrzehntelange, konsequente Zuchtarbeit ist es gelungen, das „kleine“ Burgenland sowohl bei den Leistungsmerkmalen als auch genetisch in der Rinderzucht an die Spitze der österreichischen Zuchtverbände zu bringen. Seit 2012 nehmen auch die burgenländischen Rinderzuchtbetriebe am Qualitätssicherungsprogramm der AMA teil.

All diese Herausforderungen hat unsere burgenländische Rinderzuchtgenossenschaft stets mit höchster fachlicher Kompetenz gemeistert und sich so zu einem modernen Dienstleistungsunternehmen entwickelt. Was aber seit der Gründung 1925 geblieben ist, ist die Idee, gesundes, leistungsstarkes und qualitativ hochwertiges Zuchtvieh in einer ausgewogenen lebenswerten Umwelt zu produzieren!

 

zurück