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Treffen der ARGE BRAUNVIEH in Niederösterreich

"Gemeinsam in die Zukunft" - so lautete das Motto der diesjährigen Generalversammlung der Arbeitsgemeinschaft der Österreichischen Braunviehzuchtverbände

Die Teilnehmer der ARGE-Vollversammlung auf der Betrieb der Familie Eder in Mank

Bei der Vorstandssitzung und anschließenden Vollversammlung der Arbeitsgemeinschaft der Österreichischen Braunviehzuchtverbände Ende Juni in der Berglandhalle in Niederösterreich wurden wichtige Weichen für die Zukunft der österreichischen Braunviehzucht gestellt.

Hauptthema der Vorstandssitzung war neben der Diskussion über Schauregeln vor allem der 10. Weltkongress der Braunviehzüchter im kommenden Jahr in Mende/Frankreich. An diesem Weltkongress werden die Spitzen der internationalen Tierzucht, interessierte Züchterinnen und Züchter von allen Kontinenten und Experten der verschiedensten Bereiche der Wissenschaft teilnehmen.

Bei der im Anschluss stattgefundenen Generalversammlung erläuterte Geschäftsführer DI Reinhard Winkler die Struktur der Österreichischen Braunviehzucht. Es werden von den sechs Landesverbänden zurzeit 4.704 Braunviehzuchtbetriebe mit 50.443 Herdebuchkühen betreut. Erfreulich ist auch, dass nun fast alle Verbände, mit Ausnahme von Vorarlberg, die Marke von 7.000 kg Milch im Durchschnitt überschritten haben. Bei der Entwicklung der Milchleistung kann seit dem Jahr 1966 ein stetiger Trend nach oben beobachtet werden, im Jahr 2014 lag sie bei durchschnittlich 7.185 kg mit 4,16% Fett, 3,46% Eiweiß und 547 Fett-Eiweiß-kg.

Dass Braunvieh die Rinderrasse für Nutzungsdauer, Leistungsbereitschaft und Langlebigkeit ist, geht aus den aktuellen Zahlen hervor. Im Durchschnitt beträgt die Nutzungsdauer 3,86 Jahre und ist somit höher als bei allen anderen milchbetonten Rassen in ganz Österreich.

Auch die Absatzzahlen sprechen für Braunvieh: So konnte im vergangenen Jahr ein konstantes Preisniveau aller Verkaufskategorien verzeichnet werden. Im Schnitt konnte bei den Kühen und Kalbinnen ein Preis von 1.539,-- Euro erreicht werden.

Der Rudolf-Draxl-Preis ging diesmal an den Betrieb von Siegfried Steinegger.

Braunvieh - der Exportschlager

Geschäftsführer Reinhard Winkler berichtete, dass der durchschnittliche Exportanteil 44% beträgt. „Dies zeigt uns, dass Braunvieh aus Österreich ein international gefragtes Gut ist“, so Winkler. Der Drittlandexport hat in den vergangenen Jahren stetig an Bedeutung gewonnen: Im Jahr 2014 wurden 1.343 Braunviehtiere in sogenannte Drittländer exportiert. Aufgrund ihrer hohen Leistungs- und Anpassungsfähigkeit sind die robusten Braunviehtiere international sehr gefragt.

„Manche messen sich, Braunvieh setzt Maßstäbe“: Unter diesem Motto war Braunvieh Austria auf nicht weniger als neun international bedeutenden Messen, von Cremona über Moskau bis Marokko, vertreten. Eine bessere Werbung für die hervorragende Qualität der Österreichischen Braunviehtiere kann man sich kaum vorstellen. Höhepunkt im Messejahr 2014 war die Teilnahme an der größten Landwirtschaftsmesse weltweit, der Euro Tier 2014 in Hannover.

Im Zuge der Vollversammlung wurde der Rudolf-Draxl Preis für die beste Dauerleistungskuh im Jahr 2014 verliehen. In diesem Jahr erhielt diesen begehrten Preis, der für hervorragendes Management steht, der Betrieb von Siegfried Steinegger für ihre Dauerleistungskuh Lotti, die in ihrem Leben - bis jetzt - 153.200 kg Mich ermolken hat.

Besichtigung von niederösterreichischem Braunviehzuchtbetrieb

Traditionell werden bei der Jahreshauptversammlung der ARGE immer Betriebe besichtigt, um sich ein Bild der Braunviehzucht in dem jeweiligen Bundesland zu machen. Kerngedanke ist auch hier der Kontakt mit den Züchterinnen und Züchtern zu wahren. Heuer wurde die ARGE-Delegation auf dem Betreib der Familie Eder in Mank begrüßt. Der Betrieb liegt im Mostviertel im Voralpenland auf 285 m Seehöhe. Johannes Eder bewirtschaftet mit seiner Familie insgesamt 48 ha landwirtschaftliche Nutzfläche, wovon 28 ha Eigenfläche sind. 7,5 ha sind Wechselwiese, auf 10 ha werden Silomais angebaut, sowie auf 2,5 ha Luzerne, 15 ha Getreide und Körnermais, 8 ha Grünland und 3 ha Wald. Derzeit umfasst der Viehbestand 48 Milchkühe und 45 Stück weibliche Nachzucht im Liegeboxenstall mit Stroh-Mistmatratzen und Melkroboter. Die Fütterung erfolgt mittels Futtervorlage mit zwei Schnecken Vertikalmischwagen, wobei sich die Ration folgendermaßen zusammensetzt: 24 kg Grassilage, 18 kg Maissilage, 2,5 kg Soja/Rapsschrot, 3 kg eigene Getreidemischung und bis zu 4 kg Fertigfutter im Melkroboter. Die Betriebsschwerpunkte von Familie Eder liegen neben der Milchproduktion und dem Getreideanbau zudem auf der Glasmalerei, unter www.kunstaufglas.com kann man sich einen Eindruck davon verschaffen.

Der Betrieb Eder überzeugt durch hervorragendes Management und die herausragende Qualität seiner Braunviehkühe. Seit 1977 ist der Familienbetrieb Eder ein aktiver Braunviehzuchtbetrieb und hat seitdem sehr erfolgreich auf zahlreichen Tierschauen teilgenommen. Die bekanntesten Kühe des Betriebs kommen aus der „S-Linie“, ausgehend von Stammkuh Sali. Aus dieser Linie wurden folgende Vererber gezüchtet: Jogat, Jamaika, GS Stolz, GS Zorvi und GS Public. Alle fünf stammen aus der VIGATE-Tochter Sumsi, die eine Lebensleistung von 105.000 kg vorweist. Auch die beiden STARBUCK-Töchter Elina und Elfe knackten bereits die 100.000er-Marke.

 

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