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Auch das Burgenland braucht die Rinderhaltung

Gastkommentar von DI Franz Vuk, Tierzuchtdirektor der Landwirtschaftskammer Burgenland

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DI Franz Vuk, Tierzuchtdirektor der Landwirtschaftskammer Burgenland

Im Flach- und Hügelland des Burgenlandes hat die Viehwirtschaft in den letzten Jahrzehnten einen enormen Strukturwandel erfahren. Die Zahl der Nutztierhalter hat stark abgenommen, die Betriebsentwicklung hin zum viehlosen Ackerbaubetrieb wurde in der Region beschleunigt. Damit verbunden war auch eine Aufgabe der Viehhaltung in den ehemals vom Nebenerwerb dominierten Betrieben. Besonders am Rindersektor war diese Entwicklung in einem starken Ausmaß gegeben. Erst in den letzten Jahren haben sich die Rinderbestände im Burgenland stabilisiert.

Die Rinder- und Milchwirtschaft macht im Burgenland ein Drittel des Produktionswertes der Tierhaltung aus, somit ist sie der zweitwichtigste Bereich nach der Geflügelhaltung. Die Intensivierung und Spezialisierung ist in den heimischen Milchviehbetrieben bereits weit vorangeschritten. In den Gunstlagen des Mittel- und Südburgenlandes haben sich die Milchviehbetriebe mit den österreichweit größten Durchschnittsbeständen und den höchsten Milchleistungen entwickelt.

Parallel dazu hat die Mutterkuhhaltung in den extensiven Lagen einen Aufschwung erfahren. Auch im Burgenland hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass extensive Grünlandflächen effizient durch die Nutzung über die Rinderhaltung erhalten werden können. Weideprojekte und Naturschutzmaßnahmen wurden durch Mutterkuhherden ermöglicht und erfolgreich umgesetzt.

Die Rinderhalter brauchen eine breit aufgestellte Interessensvertretung. Mit dem Rückhalt der Landwirtschaftskammer und der ZAR haben die Rinderhalter eine wertvolle und bestens vernetzte Organisationsstruktur für die Vertretung ihrer Anliegen. Die Zusammenarbeit zwischen gesetzlicher Interessensvertretung und den Zuchtorganisationen funktioniert im Burgenland sehr gut. Züchterisch ist zwar die Rinderpopulation im Verhältnis zu anderen Zuchtgebieten klein, es werden aber verschiedene Rinderrassen züchterisch betreut. Auch für ein kleines Bundesland erscheint es wichtig, die Zuchtarbeit im Rahmen der bestehenden Ressourcen eigenständig umzusetzen. Es gilt im Sinne des regionalen  Selbstversorgungsgedankens auch laufend auf die Wichtigkeit der lokalen Wertschöpfung aus der Rinderhaltung hinzuweisen. Durch die aktive Mitgestaltung aller im Rindersektor beteiligten und über die ZAR vernetzten Organisationen und Institutionen sollte auch zukünftig die Rinderwirtschaft im Burgenland auf dem bestehenden Niveau gesichert werden können.

 

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