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Gastkommentar von DI Irmgard Mitterwallner

"Gute aufgestellte Vor-Ort-Strukturen sind unbedingt notwendig" - so die Tierzuchtdirektorin der Landwirtschaftskammer Salzburg, DI Irmgard Mitterwallner.

DI Irmgard Mitterwallner, Tierzuchtdirektorin der LK-Salzburg und Geschäftsführerin des Landeskontrollverbandes Salzburg

Die Zentrale Arbeitsgemeinschaft Österreichischer Rinderzüchter ist die Dachorganisation der organisierten Rinderzucht in Österreich und somit Drehschreibe für die Zuchtarbeit, die Projekte, das Absatzgeschehen, die Bildung und vor allem auch die Interessensvertretung für die Rinderwirtschaft in Österreich.

Damit aber eine Dachorganisation funktionieren kann, braucht es sehr gut aufgestellte Vor-Ort-Organisationen, die in den Ländern den direkten Kontakt zu den Bauern pflegen. Tierzucht ist in Österreich Ländersache und für die Anerkennungen der Zuchtorganisationen sind die jeweiligen Länderbehörden zuständig. Gerade in den letzten Jahren gab es hier sehr viel zu tun.

Nach dem Inkrafttreten der neuen Tierzuchtgesetze in den Jahren 2008-2009, mussten alle Zuchtorganisationen um eine Neuanerkennung ansuchen. Ein wesentlicher Bestandteil der Neuanerkennungsverfahren sind die Zuchtprogramme der einzelnen Rassen, die von den jeweiligen Verbänden in den letzten Jahren neu formuliert wurden. Eine solche Überarbeitung der Zuchtprogramme ist mit sehr viel Arbeit für die Zuchtorganisationen, aber auch für die Behörden verbunden. Solche Änderungen bieten aber auch die Chance bestehende Programme auf ihren Inhalt zu überprüfen und etwaige neue Ziele zu definieren bzw. notwendige Anpassungen durchzuführen. Herzlicher Dank gilt in diesem Zusammenhang allen Beteiligten für die konstruktive Arbeit.

Ich denke die neuen Zuchtprogramme sind wesentliche Weichenstellungen für die künftige Ausrichtung der Rinderzucht in Österreich. Gerade im Rinderbereich kommen ständig neue Herausforderungen auf uns zu. Damit wir in Österreich konkurrenzfähig bleiben und auch weiterhin Zuchtvieh in alle Herren Länder exportieren können, braucht es gut aufgestellte Zuchtorganisationen in den Ländern und fundierte Zuchtprogramme zur Weiterentwicklung der einzelnen Rinderrassen.

 

Der Beirat der LKV-Austria Qualitätsmanagement GmbH

Damit aber überhaupt eine Datengrundlage zur Berechnung der Zuchtwerte und Leistungsdaten vorhanden ist, gibt es in den einzelnen Bundesländern die Landeskontrollverbände, die gerade in den letzten Jahren sehr viel bewegt und verändert haben. Die Kontrollverbände sind mehr und mehr zu Serviceeinrichtungen für die Bauern geworden. Neben dem ursprünglichen Hauptgeschäft der Milch- und Fleischleistungskontrolle, hat man mit der Installierung der Qualitätsprogramme (QS-Milch und QS-Kuh) neue Wege beschritten.

Vor einigen Jahren wurde das Qualitätssicherungsprogramm gemeinsam mit der AMA und dem BMLFUW gestartet. Der Fokus dieses QS-Milchprogramms lag auf der Verbesserung der Zellzahlen, was lt. aktuellen Auswertungen auch sehr gut gelungen ist. Als Nachfolgeprogramm wurde im laufenden Jahr 2015 das QS-Kuhprogramm gestartet. Neben den Zellzahlen wird in diesem Programm vor allem auch der Tiergesundheit ein wesentliches Augenmerk geschenkt. Das Tierwohl ist ein zentraler Punkt im QS-Kuhprogramm und es werden neben der Zellzahl auch das Nachgeburtsverhalten und das Festliegen erhoben.

Zur Bündelung der Interessen und zur Vereinfachung der Abwicklung der QS-Programme, wurde im letzten Jahr die gemeinsame Firma der Landeskontrollverbände und zwar die „LKV-Austria Qualitätsmanagement GmbH“ gegründet. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten konnte, nach der Übernahme der Geschäftsführung durch Karl Zottl, in den letzten Monaten vieles bewegt und umgesetzt werden. Unter anderem die gebündelte Abwicklung der Förderanträge für das QS-Kuh-Programm.

Ich denke wir sind hier auf einem guten Weg und werden so, gemeinsam mit unseren Züchtern, auch die Herausforderungen der nächsten Jahre bestens bewältigen.

 

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