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Gastkommentar von Dr. Horst Jauschnegg

Statement des neuen Tierzuchtdirektors der Landwirtschaftskammer Steiermark, Dr. Horst Jauschnegg, zum Thema "Effizienz und offener Diskus"

Tierzuchtdirektor Dr. Horst Jauschnegg

Die Rinderzucht und die Rinderhaltung sind nicht nur wichtige Eckpfeiler der österreichischen Landwirtschaft, sie sind auch die Basis für die erfolgreiche heimische Tourismuswirtschaft. Denn gerade die saftigen Wiesen und Almen machen die Urlaubsdestination Österreich für in- und ausländische Gäste so attraktiv. Nur eine nachhaltige, effiziente Rinderwirtschaft ist der Garant für ein gepflegtes Grünland und damit für die Offenhaltung der Kulturlandschaft, insbesondere in alpinen Lagen.

Modernes Herdenmanagement mit der RDV-App

Die RINDERZUCHT AUSTRIA und ihre Mitgliedsorganisationen tragen mit ihrer konsequenten Arbeit tagtäglich zur Weiterentwicklung der Rinderzucht und damit zur Effizienzsteigerung in der Rinderhaltung bei. Nur dadurch war es in den letzten Jahrzehnten möglich, trotz Auseinanderklaffen der Schere zwischen Betriebsmittelkosten und Erzeugerpreisen dem Preisdruck standzuhalten,  leistungsfähige Rinder- und Milchviehbetriebe zu entwickeln und mit qualitativ hochwertigen Zuchttieren auf den Exportmärkten zu reüssieren.

Doch die Erledigung der landwirtschaftsinternen Hausaufgaben zur Bewältigung der wirtschaftlichen Herausforderungen ist nur die eine Seite der Medaille. Die Anforderungen der Gesellschaft an die Landwirtschaft in Österreich werden vielfältiger und komplexer.

Die herrliche Kulturlandschaft Österreichs zieht viele Touristen an.

Daher wird es immer wichtiger, Verständnis und ein wertschätzendes Klima in der Gesellschaft für moderne Tierhaltung zu schaffen, damit engagierte, junge Bäuerinnen und Bauern optimistisch in die Zukunft blicken und in die Weiterentwicklung ihrer Betriebe investieren können. Denn immer mehr „Städter“ fühlen sich dazu berufen, den fleißig arbeitenden Bäuerinnen und Bauern gute Ratschläge zu erteilen, wie sie ihre Höfe bewirtschaften und ihre Tiere halten sollen. Es reicht längst nicht mehr aus, Lebensmittel in hoher und nachvollziehbarer Qualität zu erzeugen. Die kritische Öffentlichkeit legt vermehrt auch Augenmerk auf „Tierwohlaspekte“. Man wird als Viehhalter heute fast schon angeprangert, wenn man sich „nur“ an die gesetzlichen Grundlagen des Tierschutzgesetzes hält, das übrigens zu den strengsten in Europa zählt. Hier braucht es einen offenen Diskurs zwischen Landwirtschaft, Handel und Konsumenten. Wir müssen der Gesellschaft näherbringen, wie moderne und effiziente Rinder- und Milchviehhaltung heute funktionieren, damit die Konsumenten leistbare Lebensmittel auf den Tisch bekommen und gleichzeitig bäuerliche Betriebe ein entsprechendes Familieneinkommen erwirtschaften können.

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