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Gastkommentar von Tierzuchtdirektor DI Franz Vogelmayer

"Österreichs Rinderzucht auf einem erfolgreichen Weg"

DI Franz Vogelmayer, Tierzuchtdirektor der Landwirtschaftskammer Oberösterreich

Unsere Rinderzüchter können auf eine erfolgreiche züchterische Arbeit in dem bereits wieder seinem Ende zugehenden Jahr 2015 zurückblicken. Die Zuchtrinderexporte haben sich überraschend gut entwickelt, nicht zuletzt auf Grund einer äußerst regen Nachfrage aus der Türkei. Damit wurde das Preisniveau für Zuchtrinder insgesamt verbessert, so dass auch Preise erzielt werden, die den mit der Aufzucht hochwertiger Jungrinder verbundenen Aufwand rechtfertigen. Was wir auch feststellen mussten: es zeichnet sich ab, dass wir dauerhaft mit dem Schmallenberg-Virus werden leben müssen, da zum Herbst hin der Anteil von Tieren mit Schmallenberg-Antikörpern wieder deutlich zugenommen hat. Wenn dieses Virus auch in der Praxis kaum erkennbare Auswirkungen auf die Tiergesundheit zeigt, schafft es uns doch deutliche Probleme im Export gerade in den lukrativen Markt Türkei, wo nur Tiere ohne Schmallenberg-Antikörper übernommen werden.

Die Neuerstellung der Rinderzuchtprogramme, die auf Grund der neuen Ländertierzuchtgesetze notwendig war, konnte heuer faktisch abgeschlossen werden. Auf Grund von Weiterentwicklungen wird es klarerweise auch in den kommenden Jahren immer wieder gewisse Updates geben. Mit den neuen Zuchtprogrammen ist aber eine gute Basis gelegt, die aus derzeitiger Sicht auch den Anforderungen der künftigen neuen EU-Tierzuchtverordnung entsprechen wird und mit der unsere Rinderzucht auch weiterhin international konkurrenzfähig bleiben wird.

Der überwiegende Anteil des Einkommens unserer Zuchtbetriebe kommt aus dem Milchverkauf. Hier blicken wir auf ein sicherlich äußerst schwieriges Jahr zurück. Es zeichnet sich aber eine Festigung in der Preisbasis ab. Längerfristig werden wir mit stärkeren Preisschwankungen rechnen müssen. Vorausschauend agierende Betriebe werden daher in guten Preisphasen Reserven für schwächere Jahre anlegen und bei guter Produktionstechnik im mehrjährigen Schnitt auch bei volatilen Preisen das notwendige Einkommen erzielen.

Unternehmerisch denkende Betriebsleiter suchen immer nach Möglichkeiten einer Verbesserung des Deckungsbeitrags. Das gelingt in der Regel nicht über eine einzige Maßnahme, sondern durch das Drehen an vielen kleinen Schrauben, sei es nun eine Optimierung der Ration, weniger Kälberverluste, längere Nutzungsdauer und vieles andere.

Die Landwirtschaftskammern bieten dazu gerade in den kommenden Wintermonaten ein umfangreiches Programm an Weiterbildung für unsere Rinderhalter an, das über www.lfi.at abgerufen werden kann. Ich darf schon jetzt einladen, diese Angebote auch zu nützen. Es ist sicher gut investierte Zeit.

 

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