Sprachauswahl


Kroatien: Erfahrungsaustausch mit Österreich

Das österreichische Agrar-Attachébüro veranstaltete gemeinsam mit dem kroatischen Landwirtschaftsministerium und dem Austrian Agricultural Cluster (AAC) am 20. Jänner 2015 ein Seminar über die Erfolgsfaktoren für die Tierproduktion.

Hochrangiges Treffen in Zagreb: v.l. ZAR und AAC-Obmann Anton Wagner, die österreichische Botschafterin in Kroatien, Andrea Ikiċ-Böhm, der kroatische Landwirtschaftsminister Tihomir Jakovina und Agrarattaché Christian Brawenz. 

Speziell ging es auch um das neue Förderprogramm für die ländliche Entwicklung in Kroatien. Zielgruppe waren die zukunftsfähigen kroatischen Landwirte. Das Interesse bei der Bauernschaft sprengte fast die räumlichen Möglichkeiten und der große Kinosaal des Ministeriums war mit rund 300 Personen voll ausgelastet.

Landwirtschaftsminister Jakovina betonte in seiner Ansprache, dass gerade solche Kooperationen zwischen Österreich und Kroatien einen hohen Stellenwert haben und für die Landwirte extrem nützliche Informationen bieten.
Die österreichische Botschafterin Andrea Ikiċ-Böhm ermunterte die Landwirte und die Administration, die europäischen Förderprogramme durch gute Projekte bestmöglich zu nützen. Unglaubliches Staunen löste bei den angereisten Österreichern die Präsentation des neuen kroatischen Förderprogrammes aus, dass etwa in der Schweineproduktion Fördersätze bis 70% vorsieht. Tomislav Petrović ging ausführlich auf die einzelnen Maßnahmen der ländlichen Entwicklung ein. Der Geschäftsführer des AAC, Hermann Wieser, stellte die Idee eines Agrarclusters und seine Tätigkeit vor. Mit Spannung folgten die Bauern den Ausführungen von Wolfgang Messner von der AMA, der über Perspektiven für die Milchproduktion nach der Abschaffung der Milchquoten referierte.

Das Highlight stellte für zahlreiche Produzenten der Auftritt von ZAR- und AAC-Obmann Anton Wagner dar, der „von praktizierendem Bauer zu Bauer“ sprach und somit die Sorgen richtig benennen konnte. Er zeigte jedoch auf, dass man auch als Familienbetrieb unter EU-Bedingungen überleben kann, wenn man an seiner Produktivität arbeitet, gut mit anderen Produzenten kooperiert und die Förderprogramme nützt. Er stellte in der angeregten Diskussion mit den Bauern fest, dass es bei der Förderabwicklung und kroatischen landwirtschaftlichen Produktion Defizite gibt, die nur die Bauern selbst durch Eigeninitiative verbessern können. Die Gründung von Erzeugergemeinschaften und Branchenorganisationen könnten dabei Unterstützung bieten, um neue Strukturen zu schaffen und die Berufsgruppe als Bauern besser zu positionieren.

Am Nachmittag ging es dann um die Schweineproduktion, die gerade in Zeiten der Russlandkrise den kroatischen Produzenten Sorge bereitet. Hans Peter Bäck von Styriabrid, der zahlreiche Geschäftskontakte nach Kroatien pflegt, zeigte die Erfolgsfaktoren im Schweinebereich auf.

Den Abschluss bildete der LW Berater Dalibor Georgievski, der mit seiner Firma etliche erfolgreiche EU-Projekte gestaltete. Seine Beispiele zeigten auf, dass man mit guter Beratung das Geld aus Brüssel „abholen“ kann.

 

zurück