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Milch: Anzahl der Kontrollkühe gestiegen

Der elektronischer Tagesbericht wird immer beliebter

 

Milchleistungskontrolle 2015: Betriebe, Kühe, Kontrolldichte, Herdengröße sowie durchschnittliche Milchmenge, Fett- und Eiweißprozent im Bundesländervergleich

Die Grundlage der Leistungsprüfung ist die objektive Datenerhebung der acht österreichischen Landeskontrollverbände in bestmöglicher Qualität als Grundlage für die Zuchtwertschätzung und in weiterer Folge für ein wettbewerbsfähiges Zuchtprogramm. Der Landwirt selbst erhält so rasch als möglich nach jeder Leistungskontrolle die Daten per Post, E-Mail oder auch per Fax zugestellt. Diese dienen als Grundlage für betriebliche Entscheidungen. Der Anteil der elektronischen Zustellung der Kontrollergebnisse steigt kontinuierlich an. Diese Betriebe erhalten die Tagesberichte in der Regel 1 bis 2 Tage früher. So nutzen bereits 12.261 Betriebe dieses Service, mit steigender Tendenz. Sobald der Bericht eintrifft, erhält der Landwirt auf Wunsch eine Benachrichtigung via SMS zugestellt. Zusätzlich bekommt der Züchter nach jeder Zuchtwertschätzung (dreimal jährlich) einen Zwischenbericht und mit der Tierliste einen aktuellen Überblick über den Tierbestand. Am Betriebsjahresende wird ein Jahresbericht erstellt. Hier kann sich jeder Betriebsführer mit den Durchschnittszahlen seiner Gemeinde, seines Bezirkes sowie seinem Bundesland vergleichen. Für Betriebe, die beim Gesundheitsmonitoring teilnehmen, wird ein eigener Jahresbericht erstellt.

 

Jährliche Leistungszu- bzw. abnahme seit 1950 in kg

2015: Schwieriges Jahr in der Grundfutterproduktion

Die Leistungsprüfung trägt wesentlich zur Qualitätssicherung für etwa 87% der in den Konsum gelangten Milch bei. 78,2% aller Milchkühe (+0,7 Prozentpunkte) unterliegen der Leistungs- und Qualitätssicherung, was eine lückenlose Überwachung der Milch in der gesamten Wertschöpfungskette von Anfang an garantiert. Im Kontrolljahr 2015 erreichte die durchschnittliche Leistung aller Kühe ein leichtes Plus von 8 kg auf 7.281 kg Milch je Kuh und Jahr bei 4,13% Fett und 3,39% Eiweiß. Die Rasse Holstein erzielte 8.592 kg, gefolgt vom Braunvieh mit 7.185 kg und der Rasse Fleckvieh mit 7.176 kg je Kuh und Jahr. Die Leistungssteigerung betrug im Durchschnitt seit 1960 60 kg pro Kuh und Jahr und liegt damit heuer deutlich unter der langjährigen Entwicklung. Das Ende der Milchquote brachte wider Erwarten nicht die erwartete Steigerung in der Milchproduktion. Die schwierige Entwicklung am Milchmarkt – die Preise sanken von netto 34,75 im März auf 32,73 im Juli – hat viele Milchproduzenten verunsichert. Auch die Witterungsverhältnisse waren nicht gerade einfach. Ein verregneter Mai mit darauffolgender lang anhaltender Trockenheit, Hitze und Unwettern in den Folgemonaten machten die Grundfutterproduktion herausfordernd. Bedingt durch Hitzestress bei Kühen kam es bei einzelnen Betrieben zu Leistungsrückgängen.

 

Etwa 87% der in den Konsum gelangten Milch kommt aus den 21.000 österreichischen Kontrollbetrieben. 78,2% der Milchkühe stehen unter Leistungsprüfung und Qualitätssicherung.

950 Kühe mit mehr als 100.000 kg Milch

Die Lebensleistung der Kühe als Merkmal für Langlebigkeit bei entsprechend guter Milchleistung ist bei allen Kühen um 416 kg Milch auf 28.280 kg Milch gestiegen. Die durchschnittliche Nutzungsdauer aller Rassen betrug demnach 3,7 Jahre. Aktuell gibt es 951 Kühe, welche die stolze Lebensleistungsgrenze von 100.000 kg Milch überschritten haben, davon 510 Tiere der Rasse Fleckvieh, 260 Tiere der Rasse Holstein und 175 Tiere der Rasse Braunvieh. Bei den Pinzgauern dürfen sich 4 sowie beim Tiroler Gauvieh bereits 2 Kühe, in den Club der 100.000er einordnen. Die Besitzer erhielten diesbezüglich eine Auszeichnung der ZAR. Der Anteil der 100.000-Liter-Kühe beträgt über alle Rassen 0,22%, die Rasse Holstein liegt mit 0,53% und das Braunvieh mit 0,35% über diesem Durchschnitt.

Umfangreiche Datenerhebung

In Österreich erstreckt sich die Leistungskontrolle auf die Hauptmerkmale Milch und Fleisch. Außerdem werden verschiedene Fitnessmerkmale wie Kalbeverlauf, Nutzungsdauer, Persistenz, Fruchtbarkeit, Totgeburtenrate und Zellzahl erhoben. Zusätzlich werden die tierärztlichen Diagnosen zur Beurteilung der Tiergesundheit erfasst. Die Kälberverwendung, die Abgangsursachen bei Kühen, der Besamungserfolg von Stieren und Besamern sowie die Melkbarkeit bei Kühen werden ebenso ermittelt.

 

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