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Milchbauern brauchen Perspektiven

Absatz- und Qualitätsstrategien haben Vorrang

Rund 32.000 Betriebe lieferten im Jahr 2014 etwa 3,062.200 t Milch an die Molkereien, davon befanden sich 28.250 Höfe im benachteiligten Gebiet. Der Strukturwandel bei den Milchbauern setzt sich seit Jahren unvermindert fort. In den vergangenen fünf Jahren stellten jährlich im Durchschnitt 1.200 Betriebe ihre Erzeugung ein. Allerdings hat sich die Milchanlieferung je Betrieb in den abgelaufenen 15 Jahren mit durchschnittlich 97.000 kg mehr als verdoppelt. „Diese Fakten im neuen Grünen Bericht 2015, der vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft der Bundesregierung zur Beratung vorgelegt wurde, macht deutlich“, so ZAR-Obmann Anton Wagner, „dass die Milchbauern in einem schwierigen gesamtwirtschaftlichen Umfeld Perspektiven brauchen und dass Absatz- sowie Qualitätsstrategien unbedingten Vorrang haben.“

Aus der Sicht der Dachorganisation der Rinderzüchter ist bedauerlich, dass die gute wirtschaftliche Entwicklung spezialisierter Milchbetriebe im Jahr 2014 im laufenden Jahr einen deutlichen Einbruch erfahren wird. Die Erzeugerpreise sind in den ersten sieben Monaten 2015 mit durchschnittlich 37,78 Cent/kg um 16,7% niedriger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. ZAR-Obmann Anton Wagner: „Als positiv zu werten ist nur, dass der Milchkuhbestand mit 537.744 Stück gegenüber dem Vorjahr weitgehend stabil blieb. Trotzdem sind zur harmonischen Steuerung des Strukturwandels und gegen eine weitere Abnahme der Betriebe in benachteiligten Gebieten Förderungs- und Investitionsmaßnahmen notwendig, um den Milchstandort Österreich wettbewerbsfähig zu erhalten.“ Die Tatsache, dass in Österreich ausschließlich gentechnikfreie Milch vermarktet und mit 15% der Bioanteil im Spitzenfeld der EU liegt, ist ein bedeutender Qualitätsvorteil auf dem nationalen und internationalen Milchmarkt.

Faire Partnerschaften sind unerlässlich

Die ZAR wird auf der Grundlage des zukunftsorientierten Tierzuchtpaktes 2020 alle Maßnahmen tatkräftig unterstützen, die verhindern, dass die Milchbauern zu Dienstleistern entlang der Wertschöpfungskette degradiert werden. Ein professionelles Herdenmanagement, Bildungsprogramme für die Jungzüchter, Beratungsleistungen und das Engagement für eine faire Partnerschaft zwischen den Molkereien und gegenüber dem Handel sind angesichts der schwierigen Marktlage auf dem Milchsektor unerlässlich.

Als Konsequenz aus den Einkommensanalysen im Grünen Bericht 2015 begrüßt die ZAR die Schwerpunkte für die Milchwirtschaft gemäß Landwirtschaftsgesetz für das Jahr 2016. Dazu zählen verstärkte Anstrengungen zur Sicherung des Exports, auch für Zuchtrinder, offensive Werbeinitiativen und das Vorhaben, das Netzwerk und die Funktionsweisen der Lebensmittelketten zu durchleuchten. Die von der EU-Kommission beschlossene Marktbeobachtungsstelle könnte aus Sicht der ZAR zu einer Stärkung der Milchbauern innerhalb der Wertschöpfungskette führen. ZAR-Obmann Anton Wagner: „Unsere Organisation befürwortet auch das Engagement von Bundesminister Andrä Rupprechter im Zuge des EU-Hilfspakets mit 500 Mio Euro mehr Mittel für Österreich zu erreichen. Würden nämlich die vorgesehenen 7 Mio Euro ausschließlich den Milchbauern zugutekommen, wären das nur 0,23 Cent/kg bezogen auf die Milchanlieferung 2014. Die Überschussabgabe im Quotenjahr 2014/15 für eine saldierte Überlieferung von rund 160.300 t machte alleine 44,6 Mio Euro aus.“

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