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Milchdialog fortsetzen und erweitern

ZAR-Obmann Anton Wagner will die Erzeuger mit Bildung und Beratung offensiv auf die Zukunft vorbereiten.

Günstige Perspektiven für den EU-Milchmarkt

Trotz vorhandener Marktprobleme auf dem Milchsektor und in Folge der Steigerung der Rohstoffmengen sowie des Russlandembargos beurteilt die EU-Kommission die mittelfristigen Aussichten positiv. Die neueste Prognose für den Milchmarkt bis 2024 dokumentiert, dass nach dem Auslaufen der Milchquote im April 2015 die Kuhmilcherzeugung in der Gemeinschaft um etwa 7% auf 167 Mio t anwachsen könnte. Der Milchmarkt wird sich trotzdem nicht selbst überlassen, weil bei schwerwiegenden Marktungleichgewichten die Brüsseler Kommission durch ein Sicherheitsnetz eingreifen kann. Dieses umfasst die öffentliche Intervention von Butter und Magermilchpulver sowie die Bereitstellung von Finanzmitteln als Beihilfe für die private Lagerhaltung von Butter. Die GAP-Reform ändert, wie aus einer  aktuellen Analyse des deutschen Thünen-Instituts in Deutschland hervorgeht, einerseits die Höhe und Zusammensetzung der öffentlichen Gelder und fördert andererseits die Verlagerung der Milchproduktion in die Gunstlagen.

Diese Studien nimmt ZAR-Obmann Anton Wagner zum Anlass, um vorzuschlagen, den vom Bauernbund initiierten Milchdialog fortzusetzen und zu erweitern. Als freiwillige und engagierte Interessenvertretung für 45 Mitgliedsorganisation und 23.000 Rinderzüchter ist die RINDERZUCHT AUSTRIA daran interessiert, für die Milchproduzenten verlässliche Rahmenbedingungen in enger und vertrauensvoller Partnerschaft mit den Lebensmittelketten zu schaffen. Im Kräftedreieck zwischen Erzeugern, Verarbeitungsbetrieben und Molkereien sowie dem Handel sind die Produzenten das schwächste Glied.

Bildungs- und Beratungsarbeit

ZAR-Obmann Anton Wagner: „Die von den Handelsketten bekanntgegebene Gründung der gemeinsamen Informationsplattform „Land schafft Leben“ soll den gesellschaftlichen Dialog über den Wert der Lebensmittel und ihre regionale Herkunft intensivieren, vernetztes Wissen fördern, Tierschutz und Tierwohl in den Mittelpunkt stellen und eine faire Umgangsweise mit den Bauern fördern.“ Es wäre daher seiner Meinung nach sinnvoll, in den bereits gestarteten Milchdialog die Handelsketten strategisch einzubinden, weil die Bewirtschaftung des Grünlands und der Almen in Zukunft stark davon abhängig ist, in welcher Form die Milchproduzenten an der Wertschöpfungskette beteiligt werden. Schließlich geht es auch darum, das große Potential der heimischen Milchwirtschaft, an dem die Rinderzüchter den Hauptanteil haben, optimal auszuschöpfen, zumal schon jetzt jeder zweite Liter Milch im Ausland abgesetzt wird und österreichische Qualität weltweit punktet. Im Rahmen des fortzusetzenden Milchdialogs wäre es wünschenswert, eine feste Partnerschaft zwischen allen Beteiligten zu schmieden. Besonders zu berücksichtigen wäre die Tatsache, dass die Gentechnikfreiheit die österreichische Produktion auszeichnet und vor allem die Bergbauern von der Milcherzeugung in besonderer Weise abhängig sind.

ZAR-Obmann Anton Wagner: „Die Rinderzüchter sind davon überzeugt, dass mit den vorbildlichen Qualitätsstandards, nachhaltiger und dem Tierwohl entsprechender Rinderhaltung auch in Zukunft im Inland und auf den internationalen Märkten große Chancen bestehen.“ 20 Jahre nach dem EU-Beitritt ist außerdem zu registrieren, dass die österreichischen Konsumenten, vor allem bei Milchprodukten, Konsumpatriotismus beweisen. Wichtig wäre aber aus Sicht der RINDERZUCHT AUSTRIA, die Milchproduzenten im Zuge des sich fortsetzenden Strukturwandels mit einer offensiven Bildungs- und Beratungsarbeit für eine zukunftsorientierte Unternehmensführung zu begleiten. Die Übergangszeit für die Erste Säule bis 2019 federt zwar Strukturanpassungen ab, aber in der Rinderhaltung sind aufgrund von Einkommensverlusten bei den Mästern und intensiven Milchbetrieben unternehmerische Initiativen für eine nachhaltige Betriebsführung vordringlich.

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