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Rinderwirtschaft fordert nachhaltige Grünlandstrategie

Das Grünland und die Almen mit fast 1,3 Millionen Hektar sind unverzichtbare, aber zunehmend gefährdete Lebensgrundlagen für über 23.000 bäuerliche Betriebe mit Rinderhaltung.

Die gesellschaftliche Wertschätzung des Grünlands, das in der EU etwa 35% und in Österreich gar 50% der landwirtschaftlichen Nutzfläche einnimmt, hat in den vergangenen Jahren zugenommen. Das ist aus der Sicht der Zentralen Arbeitsgemeinschaft österreichischer Rinderzüchter auch darauf zurück zu führen, dass das Grünland vielfältige und für die Gesellschaft relevante Leistungen erbringt. Es wird traditionell von der Landwirtschaft zur Gewinnung von Futter und Biomasse genützt. Zusätzlich erbringt es jedoch noch andere umfassende Leistungen für das Ökosystem, wie die hohe Gewässerqualität, die Biodiversität und den Beitrag zur charakteristischen Kulturlandschaft.

„Österreichs Rinderzucht und Milchwirtschaft sind von Familienbetrieben geprägt, deren Zukunft auch von einer innovativen und nachhaltigen Grünlandnutzung abhängig ist“, betont ZAR-Obmann Anton Wagner. Er fordert im Hinblick auf den zunehmenden Bodenfraß durch den steigenden Bedarf an Freizeit- und Tourismuseinrichtungen sowie an Infrastrukturausbauten einen Lebensraumplan für die ländlichen Regionen. So könnte beispielweise mit dem zum Landwirtschaftsministerium zählenden Kompetenzzentrum in Gumpenstein eine Strategie erarbeitet werden.

Chancen des Grünlands steigen

Eine gute Grundlage für diese Initiative ist das von der Deutschen Agrarforschungsallianz (DAFA) erstellte Konzept für eine innovative und nachhaltige Ressourcennutzung der Grünlandflächen. Anton Wagner: „Hinsichtlich des dramatischen Strukturwandels in der Rinder- und Milchwirtschaft durch den Wegfall der Mengenregulierung und der gekoppelten Tierprämien ist es dringend erforderlich, diesen wichtigen Sektor der landwirtschaftlichen Produktion entlang der Wertschöpfungskette aktiv zu unterstützen. Hier könnten unter anderem auch Versicherungsmodelle zur Abfederung von klimarelevanten Risiken einen wertvollen Beitrag liefern. Schließlich geht es darum, unseren Rinderzüchtern und  zukünftigen Hofübernehmern Perspektiven zu vermitteln.

Laut DAFA haben sich die Chancen für das Grünland als ökonomisch interessanter Produktionsfaktor erheblich gesteigert. Zurückzuführen ist dies durch die vermehrte globale Nachfrage nach hochwertigen und nachhaltig erzeugten Lebensmitteln sowie durch die zunehmende Flächenkonkurrenz und ein höheres Preisniveau für Futter und Lebensmittel.

„Am Beispiel der gesamten Tierproduktion wird deutlich, dass die Landwirtschaft eine Zukunftsbranche ist: Ernährungssicherheit, Ressourcenknappheit, eine stabile Energieversorgung sowie der Klimaschutz sind die Kernherausforderungen im 21. Jahrhundert, die ohne eine leistungsfähige  Land- und Forstwirtschaft nicht zu bewältigen sind“, so Wagner abschließend.

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