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ZAR fordert Bodenschutz für die Erhaltung der ländlichen Strukturen

Am 3. Dezember tagte der Ausschuss „Allgemeine Rinderwirtschaft“ der ZAR in Pöchlarn, NÖ, mit den Obmännern der Mitgliederorganisationen. Dabei erwähnte ZAR-Obmann Anton Wagner anlässlich des „Weltbodentags“ am 5. Dezember die Wichtigkeit der Erhaltung der landwirtschaftlichen Produktionsflächen für die Rinderwirtschaft.

Geht die Kuh, kommt der Wald

Die Rinderzucht sorgt für eine funktionierende Almwirtschaft, erhält die Kulturlandschaft und pflegt die Umwelt. „In den benachteiligten Gebieten und Bergbauernregionen mit ihrer erschwerten Bewirtschaftung macht sich der Strukturwandel besonders bemerkbar. Wenn in einzelnen Regionen keine Bauern mehr für die Landschaftspflege zur Verfügung stehen, ist Verwaldung die Konsequenz“, skizziert ZAR-Obmann Anton Wagner das drohende Zukunftsszenario.

Verbauung und Versiegelung waren auch Thema des ZAR-Ausschusses in Pöchlarn.

Bodenfraß als Gefahr für Landwirtschaft und Gesellschaft

Der globale Wettbewerb beschleunigt sowohl die Verlagerung der Produktion in die Gunstlagen als auch den Trend zu größeren Betrieben. „Dort jedoch hat der fortschreitende Verbrauch wertvollen Bodens in Österreich Brisanz. Und das nicht nur 2015 - im von den Vereinten Nationen ausgerufenen Jahr der Böden“, betont Wagner. „Der Bodenfraß betrifft sowohl die Landwirtschaft, der kostbare Agrarflächen - in den letzten 10 Jahren über 16% - für die Erzeugung von Lebensmitteln und Futtermitteln verloren gehen, als auch die Gesellschaft und die nachfolgenden Generationen generell. Täglich werden durchschnittlich 20 Hektar Boden für Gewerbezentren, Shoppingmalls und Straßen geopfert. Österreich ist mit einer jährlichen Verbauung von 0,5% der Agrarflächen negativer „Vorreiter“ in Europa. Der Boden ist von Belang für die Lebensmittelsicherheit, das Ökosystem als Wasser- und Kohlenstoffspeicher, die Abschwächung des Klimawandels und die nachhaltige Entwicklung der gesamten Gesellschaft.

Die Interessenvertretung der Rinderzüchter fordert deshalb entsprechende gesetzliche Rahmenbedingungen gegen die Verbauung und Versiegelung wertvoller landwirtschaftlicher Fläche. Denn es geht um die Erhaltung der ländlichen Strukturen mit den bäuerlichen Familienbetrieben. Diese versorgen die Gesellschaft mit hochwertigen regionalen Produkten. Tausende Arbeitsplätze in der Landwirtschaft und in den vor- und nachgelagerten Sektoren der Wirtschaft und des Tourismus stehen am Spiel. Und letztendlich geht es auch um die Erhaltung der Erholungsräume und der einzigartigen österreichischen Kulturlandschaft.

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