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Zuchtrinderexporte: Kontinuität im 1. Halbjahr

Die halbjährliche Erhebung der Zuchtrinderexporte über die ZAR bestätigt die weiterhin konstant hohe Nachfrage nach österreichischen Zuchttieren.

Bei guter Preisentwicklung konnten im 1. Halbjahr 2015 bereits 13.500 Tiere ausgeführt werden, zwar um 5% weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, aber aufgrund des geringeren Angebotes ein zufriedenstellendes Ergebnis. Der Absatzmotor ist auch heuer wieder die Türkei mit insgesamt 4.700 exportierten Tieren, vor Italien mit 3.100 Stk. und Algerien mit 2.000 Stk. Im Zehn-Jahres-Zeitraum liegen die aktuellen Exporte etwa fünf Prozent über dem langjährigen Durchschnitt.

Versteigerungen: Höhere Durchschnittspreise

Österreichweit sind im ersten Halbjahr 2015 die Preise für Zuchtrinder auf den Versteigerungen über fast alle Kategorien gestiegen, lediglich die Kategorie der Jungkalbinnen verzeichnete Rückgänge um knapp 9%. Die Verkäufe gingen in allen Kategorien zurück, mit Ausnahme der Jungkalbinnen, bei denen es ein Plus von 4% gab. Waren im 1. Halbjahr 2014 Algerien und Italien die nachfragestärksten Länder, so ist es in dieser ersten Jahreshälfte vor allem die Türkei.

 

Entwicklung der Exporte von 2006 - 1. Halbjahr 2015

Veterinärbereich bleibt große Unbekannte

Der Ausbruch von IBR in einem Quarantänestall in Tirol konnte dank der professionellen Vorgangsweise der Veterinärbehörde in den Griff bekommen werden. Österreich ist nach wie vor frei von IBR-IPV. Wie sich  das Schmallenberg Virus ausbreitet, bleibt abzuwarten. Dasselbe gilt für die Blauzungenkrankheit BTV-4. Da die Steiermark als nächstes Bundesland an die derzeitige Ausbreitung von BTV-4 in Südosteuropa bis nach Ungarn anschließt, wurden dort bereits erste Vorkehrungen getroffen. Die aktuell belasteten Handelsbeziehungen mit Russland wirken sich für den Zuchtviehmarkt nur wenig aus, da erstens Lebendvieh vom russischen Importstopp ohnedies ausgenommen worden ist und zweitens traditionelle und auch neue Märkte zunehmend österreichische Zuchtrinder abnehmen.

Herausforderungen

Aktuelle Herausforderungen für den Zuchtrinderexport sind die stark begrenzten Belegzeiträume vor allem für den türkischen Markt, die für Österreichs Zweinutzungsrassen und vor allem für gealpte Tiere nur sehr schwer zu erfüllen sind. Die Türkei verlangt, dass die Kalbinnen zum Zeitpunkt der Belegung maximal 22 Monate alt sind. Das durchschnittliche Erstkalbealter der österreichischen Hauptrassen beträgt im Durchschnitt 29,8 Monate. Diese Anforderungen tragen zusätzlich zur Preiserhöhung am heimischen Zuchtviehmarkt bei. Eine Hebung des Erstbelegalters könnte den angespannten Zuchtviehmarkt leicht entlasten.

 

4.700 Zuchtrinder wurden im 1. Halbjahr 2015 in die Türkei exportiert

Ausblick aus Sicht der täglichen Vermarktung

Dr. Josef Miesenberger, GF FIH: "Wir gehen davon aus, dass, neben den Exporten in die Türkei, nach dem Sommer auch wieder umfangreiche Ankäufe durch Kunden aus Aserbaidschan und Usbekistan erfolgen werden. Es wird aber auch erwartet, dass die Exporte nach Algerien spätestens im September wieder zunehmen. Innerhalb der EU gibt es eine steigende Nachfrage an Fleckviehkalbinnen aus Irland. Um die sich bietenden Chancen bestmöglich nützen zu können, ist es notwendig, dass die Landwirte so flexibel wie möglich reagieren und die Zuchtverbände und Firmen ihr Angebot bestmöglich auf die Anforderungen der Käufer abstimmen.“

 

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