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Arbeitsschwerpunkt 2016 fixiert

Die aktuellen Herausforderungen der heimischen Rinderzüchter und wie man diesen am besten begegnet bildeten die Hauptinhalte der ersten ZAR-Vorstandssitzung im Jahr 2016.

Obmann ÖR Anton Wagner und GF Mag. Franz Sturmlechner lenken seit mehr als 10 Jahren die Geschicke der ZAR.

Obmann Anton Wagner unterstrich einmal mehr die schwierige Situation jener Bauernfamilien, die sich der tierischen Veredelung widmen: „In-
zwischen ist es wohl bei allen agrarischen Entscheidungsträgern angekommen, welch finanziellem Druck diese Sektoren derzeit ausgesetzt sind. Die Situation am Milchmarkt und die verheerende Preisbildung am Schweinemarkt bilden nur die Spitze des Eisbergs. Inzwischen stellt sich die Frage, wie lange die bäuerliche Produktion in der Tierhaltung noch in Österreich durchhält und ob mittelfristig die Versorgung unserer Bevölkerung mit hochwertigen heimischen Lebensmitteln noch möglich ist. Alle politischen Parteien, die Sozialpartner, aber auch die NGOs und die Konsumenten sind aufgerufen, sich in dieser Diskussion klar zu deklarieren.“

 

Wagner forderte die Politik auf, in Zusammenarbeit mit den Verbänden und Branchenorganisationen Strategien und Perspektiven für die Sektoren zu entwickeln. „Wir werden das Jahr 2016 vornehmlich dafür verwenden, auf die prekäre Situation unserer bäuerlichen Familienbetriebe aufmerksam zu machen. Nachdem wir bereits bei den Verhandlungen zur derzeitigen GAP auf die drohenden Markteinbrüche hingewiesen haben, kann uns niemand Versäumnisse vorwerfen. Bei der derzeit stattfindenden Programmänderung zur Ländlichen Entwicklung muss die neuerliche Chance genutzt werden, den Sektor aktiv zu unterstützen. Dies ist eine der wenigen Möglichkeiten den existentiellen wirtschaftlichen Druck von den Bauernhöfen zu mildern“, zeigt sich der ZAR-Obmann überzeugt.

 

Zuchtviehexport als Lebensader unter Druck

Geschäftsführer Franz Sturmlechner stellt dar, dass der Zuchtviehmarkt in den letzten Monaten massiv unter Druck geraten ist. Große Preisunterschiede zwischen Zuchtkalbinnen, welche Türkei-tauglich sind und jenen, die diese Anforderungen nicht erfüllen, führen zunehmend zu Verwerfungen auf den Zuchtviehmärkten. War schon über die Sommermonate die Exportsituation aufgrund der Schmallenberg-Infektionen angespannt, so hat das Auftreten der Blauzungenkrankheit im Süd-Burgenland und der Südost-Steiermark und die damit verbundene Ausweisung einer rund 150 km Schutzzone die organisierte Zuchtviehvermarktung in manchen Regionen Österreichs beinahe zum Stillstand gebracht.

„Neben der Bearbeitung der bestehenden Hauptabsatzmärkte Türkei und Algerien und der Begleitung der zahlreichen Initiativen in Nordafrika, am Balkan, im Südkaukasus und den baltischen Staaten werden wir heuer unsere Bemühungen verstärkt auf Ägypten und den Iran richten. Vertreter beider Länder haben großes Interesse an heimischem Zuchtvieh bekundet. Hier gilt es über ministerielle Rahmenvereinbarungen geeignete Exportzertifikate zu verhandeln und nachhaltige Exportpartnerschaften aufzubauen.“

 

Bildung als Investition in die Zukunft

Neben der Forschung ist die Bildung ein weiterer zentraler Baustein der heimischen Rinderwirtschaft. „Heute sind wir froh, dass wir bereits 2008 die Zeichen der Zeit erkannt haben und mit Unterstützung der LE den Bildungsbereich in der Rinderzucht aufgebaut haben. Vor allem der Jungzüchterprofi ist mit seinen über 1.500 Teilnahmen zu einem Best Practice-Beispiel der LE geworden. Weitere Bildungsangebote für die arrivierten Rinderzüchter, teils in Zusammenarbeit mit den Veterinären, sollen künftig neu dazu kommen“, stellt Sturmlechner klar.

Weiterentwicklung durch strukturelle Veränderungen

Um die künftigen Anforderungen der österreichischen Rinderbauern an die Dachorganisation noch besser erfüllen zu können, sind strukturelle Weiterentwicklungen geplant. Wagner stellt für die kommenden Monate zwei grundsätzliche Neuerungen in Aussicht: „Auf Initiative der Geschäftsführer der Dachorganisationen der heimischen Nutztierhaltung wird die Zusammenarbeit zwischen den Tierzuchtorganisationen intensiviert. Die Anforderungen sind in den letzten Jahren dermaßen gestiegen, was eine Bündelung der vorhandenen Ressourcen notwendig macht. Das kann in letzter Konsequenz auch zur Gründung eines gemeinsamen Unternehmens führen, wo derzeit parallel geführte Aufgabenbereiche eingebracht werden.“ Grundlegende Weichenstellungen wird es aber auch innerhalb der ZAR geben. „Die Führung der ZAR hat seit mehr als einem Jahrzehnt Kontinuität und Durchhaltevermögen bewiesen. Zur notwendigen Weiterentwicklung braucht es auch hier neue Kräfte und ein Verjüngungsprozess ist unumgänglich“, stellt Wagner in Aussicht.

 

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