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Effizienz Projekt: Kühe auf dem Prüfstand

Die teinehmenden Landwirte beim Projekt Efficient Cow wurden von der ZAR zu einer "Abschlussveranstaltung" in ihrem Bundesland eingeladen. Dort wurden die umfangreichen Daten und Auswertungen präsentiert.

Abschlussveranstaltung in Tirol

Die aktuellen Milchpreise machen jedem einzelnen Betrieb deutlich, wie wichtig es ist, seine Stärken und Schwächen zu kennen, um möglichst ökonomisch wirtschaften zu können. Die Ziele des Projektes „Efficient Cow“ (Analyse und Optimierung der Produktionseffizienz und der Umweltwirkung in der österreichischen Rinderwirtschaft) reichen von der Abklärung der züchterischen Möglichkeiten im Bereich Produktionseffizienz bis zur Analyse der Umweltwirkung der österreichischen Landwirtschaft.

Voraussetzung für die Beantwortung dieser wissenschaftlichen Fragestellungen sind Daten von landwirtschaftlichen Betrieben, welche die verschiedenen Produktionsbedingungen in Österreich abdecken. Dazu wurden im Kalenderjahr 2014 auf ca. 170 Betrieben und bei ca. 7.000 Kühen umfangreiche Daten zur Fütterung, Tiergesundheit, Haltung und anderen Gegebenheiten erhoben. In dieser Zeit wurden ca. 50.000 Wiegungen bei Kühen durchgeführt sowie 50.000 Datensätze zur Lahmheit und zum Body Condition Score erfasst, Futtermittel im Labor in Rosenau, NÖ, analysiert und die verschiedenen Rationen mit Kraftfutteranteil für jedes Tier erhoben.

 

Projektleiterin Dr. Christa Egger-Danner mit Leonhard Prodinger (Obmann LKV-Salzburg)

 

 

 

 

 

 

 

Auswertungen für Efficient Cow-Betriebe bereitgestellt

Nach einem Jahr intensiver Datenerfassung zu betriebsspezifischen- und tierindividuellen Kennzahlen wurden in Zusammenarbeit mit Vertretern der Landwirte und Mitarbeiter der Projektpartner (LKVs, ZV, LK, BOKU VetMed, ZuchtData und ZAR) verschiedene Kennzahlen zur Effizienz entwickelt.

Nach der Schulung der Mitarbeiter der LKVs waren die teilnehmenden Landwirte zu einer „Abschlussveranstaltung“ eingeladen, bei der die Managementauswertungen vorgestellt und erklärt wurden.

 

Auch für die Teilnehmer in OÖ gab es einen gebundenen Bericht und eine personalisierte Hoftafel.

 

 

 

 

 

 

 

 

Nutzen für den Landwirt

Die umfangreichen Auswertungen bieten nun die Möglichkeit die „effizientesten Tiere“ in der Herde zu erkennen und sich auch mit anderen Betrieben zu vergleichen. Gleichzeitig wurde das Auge für die Tierbeobachtung geschärft sowie neue Managementmethoden wie Lahmheitsscoring oder Body-Condition-Score kennen gelernt.

Rund 2.000 Fleckviehkühe und 1.000 Braunviehkühe konnten durch die Zusammenarbeit mit dem EU-Projekt „Gene2Farm“ kostenfrei genotypisiert werden; bei 100 Euro pro Tier stellt das einen Wert von ca. 300.000 Euro dar.

 

Die Teilnehmer in der Berglandhalle, NÖ

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie geht es nun weiter?

Mit dem Bericht, der bei den Mitarbeiterschulungen und den Abschlussveranstaltungen vorgestellt wurde, wurde ein wichtiger Meilenstein im Projekt erreicht. Bei der Diskussion mit den teilnehmenden Betrieben wurde auch der Bedarf nach weiterführenden Managementauswertungen mit Wirtschaftlichkeitsanalysen genannt. Johannes Neuhauser, selber praktischer Landwirt und Mitarbeiter des Lfl in OÖ, regte an, dass für den RDV ein Effizienz-Rechner entwickelt wird. Damit könnten die bisherigen Erkenntnisse weiterentwickelt und in Zukunft allen LKV-Betrieben in der Routine Kennzahlen zur Effizienz zur Verfügung stehen. Aufbauend auf dieser Idee wurde von der ZAR das Projekt „Effizienz-Check“ bei EIP-AGRI (Europäische Innovationspartnerschaften) eingereicht.

 

Abschlussveranstaltung in Salzburg

 

 

 

 

 

Züchterische Fragestellungen

Das Gesamtprojekt „Efficient Cow“ ist noch voll im Laufen. „Im Kalenderjahr 2016 wird der Schwerpunkt auf den wissenschaftlichen Auswertungen liegen“, so Projektleiterin Dr. Christa Egger-Danner. Hier geht es darum zu analysieren, mit welchen Merkmalen am zielführendsten in Richtung Effizienz gezüchtet werden kann. Fragen der Zusammenhänge zwischen Effizienz und Tiergesundheit, Lebendmasse und Nährstoffeffizienz als auch die Abklärung der genetischen Zusammenhänge zwischen Effizienz und den Merkmalen im Gesamtzuchtwert stehen im Vordergrund. Ein wichtiges weiteres Arbeitspaket ist die Analyse der Umweltwirkung der österreichischen Rinderwirtschaft.

Die Teilnehmer der Steiermark

 

 

 

 

 

 

Prof. Zollitsch und PD Dr. Birgit Fürst-Waltl sind seitens der Universität für Bodenkultur für verschiedene wissenschaftliche Fragestellungen zuständig. Für das Thema Nährstoffeffizienz ist Doz. Leonhard Gruber vom LFZ Raumberg-Gumpenstein zuständig. Von Prof. Kofler und Dr. Burgstaller von der VetMedUni Wien werden Masterarbeiten zu Fragen der Zusammenhänge von Lahmheit und Milchleistung, Lahmheit und Fruchtbarkeit, sowie Haltung und Fruchtbarkeit analysiert.

Abschlussveranstaltung in Vorarlberg

ZAR-Obmann Anton Wagner spricht allen teilnehmenden Landwirten ein großes Dankeschön aus: „Nur durch die ausgezeichnete Arbeit aller Beteiligten konnte die sehr umfangreiche Datenerfassung erfolgreich abgeschlossen werden. Dieser Datenschatz in bäuerlicher Hand ist die Basis für Weiterentwicklungen in Richtung Effizienz.“

 

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