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Erfolgreiche Steiermarkschau 2016

Zukunft durch das neue Rinderzuchtzentrum

Die Eröffnungsfeier des Rinderzuchtzentrums Traboch wurde zum Mega-Event der Rinderzucht. Die Steiermarkschau mit einem züchterisch dominierten Rahmenprogramm brachte mehr als 3.000 Besucher in die neue Versteigerungsanlage. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen eindeutig die Kühe aus den Mitgliedsbetrieben. Mit Spitzengenetik aus bäuerlichen Betrieben kann noch immer größtes Interesse geweckt werden. Dabei kamen die Besucher auch aus den Bundesländern und aus den Nachbarländern Deutschland, Slowenien, Kroatien, Ungarn und Tschechien. Die Spitzen der Landespolitik  mit Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer, Landesrat Hans Seitinger und Kammerpräsident Franz Titschenbacher betonten, dass „das neue Rinderzuchtzentrum Zukunft für die Rinderzüchter in der Steiermark bedeutet“. 

Rassenpräsentation

Um die Einheit aller Rassen in der Rinderzucht Steiermark zu unterstreichen, beteiligten sich kleinere Rassengruppen mit Zuchttieren, um ihre Rasse zu demonstrieren. Zuchtrinder der Rassen Jersey, Normande, Blonde Aquitaine, Charolais, Limousin, Fleckvieh Fleisch, Angus, Murbodner, Ennstaler Bergschecken und Wagyu wurden präsentiert und bildeten das „bunte Bild“ in der Rinderzucht Steiermark ab.

Pinzgauer

Erstmals traten in der Steiermark Kühe aus einer kleinen Pinzgauerpopulation in einem Richtbewerb in der Öffentlichkeit auf. Die großrahmige und typstarke GERLOS von Alois und Veronika Ninaus holte sich den Siegerpokal und machte Werbung für diese schöne Rasse.

GS Inros Jungkuhgruppe

Holstein

Die Rasse Holstein zeigte wie gewohnt hochklassige Kühe mit sehr viel Rahmen und Stil. In der Gruppe der Jungkühe siegte die äußerst korrekte und typstarke GOLDENDREAMS-Tochter SAMANTHA von Elisabeth Riegler vor der DEMPSEY-Tochter LEVIS aus der gleichen Zuchtstätte. Mit der körperstarken VELVET LORELEI bei den Mehrkalbskühen setzte sich der Zuchtbetrieb Riegler einmal mehr an die Spitze der steirischen Holsteinzucht. Die Kuh überzeugte mit makellosem Körper, einem exzellentem Fundament und einer äußerst hohen Euterqualität. Sie platzierte sich in ihrer Gruppe vor der sehr eleganten WINDBROOK-Tochter STEL GROG von Alois Bliem. LORELEI holte sich schlussendlich auch den Championtitel der Rasse Holstein vor STEL GROG von Alois Bliem.

Braunvieh

Beste Euter und exzellente Fundamente prägten das Bild der starken Braunviehkollektion. Bei den Jungkühen siegte die sehr harmonische SALOMON GADINA von Josef Tippl mit einem hoch sitzenden Euterkörper und bester Baucheuteranbindung. Die Klasse der Zweitkalbskühe wurde dominiert von der Form- und Euter starken GS HUXOY NIKA von Engelbert Präsoll. Die Gruppe der Kühe mit drei Abkalbungen wurde wieder von einer GS HUXOY-Tochter dominiert. OLIVIA aus der Zuchtstätte von Alois Schnedl überzeugte mit einem makellosen Körper und ihrem Qualitätseuter, das besonders in der Hintereuterhöhe und –breite überzeugte. Ein Höhepunkt des Braunviehbewerbes war die überaus starke Kuhgruppe mit vier bis sieben Abkalbungen. Mit viel Kapazität und einer exzellenten Euterqualität siegte in dieser Gruppe JULENG GERA von Martin Häusler.

Der Gesamtsieg der Rasse Braunvieh ging wegen des überzeugenden Gesamtpaketes an die GS HUXOY-Tochter OLIVIA von Alois Schnedl vor Erstkalbskuh GADINA von Josef Tippl.  

Fleckvieh

Acht Richtgruppen aller Altersklassen stellte die Rasse Fleckvieh aus und konnte einerseits mit konstanter Qualität und andererseits mit Ausnahmekühen in den älteren Kuhklassen überzeugen. Die hoch angesetzten Euter mit langen und gut aufgehängten Baucheutern sowie trockene, stabile Fundamente zogen sich wie ein roter Faden durch die Gruppen und zeigten die Handschrift des steirischen Zuchtprogrammes.

GS INROS dominierte bei Jungkühen

In der ersten Jungkuhgruppe ging die mit ganz trockenem Fundament und hoher Euterqualität ausgestattete GS INROS-Tochter STROPHE von Walter Aigner an der Spitze. Die zweite Jungkuhgruppe entschied die sehr körperhafte MESSI-Tochter AGENDA von Johann Schweighofer für sich.  Bei den Kühen mit zwei Kälbern ging der Gruppensieg in der ersten Entscheidung wieder an eine GS INROS-Tochter. SANDRA von Gottfried Seidl zeigte sich mit einem überaus drüsigen, hoch sitzenden Euter und einem absolut korrekt gestellten, trockenen Fundament. ORBIT-Tochter GUSTI von Albert Kerschhofer entschied mit viel Kapazität und einem breiten, drüsigen Euter die zweite Entscheidung der Zweitkalbskühe für sich.

Der Preisrichter machte im Finale die GS INROS-Tochter SANDRA von Gottfried Seidl wegen der jugendlichen Ausstrahlung zum Champion der jungen Kühe. Er stellte sie vor STROPHE von Walter Aigner.

Weltqualität bei alten Kühen

Die Qualität bei den Kühen mit drei Abkalbungen war herausragend. An der Spitze ging die GS RAVE-Tochter EMMI von Norbert Kahr wegen eines hinsichtlich Euterhöhe und Aufhängung überragenden Euters und eines lupenreinen Fundamentes. Die Kühe mit vier und fünf Abkalbungen wurde wieder von einer sehr jugendlich wirkenden Kuh mit einem Euter höchster Qualität angeführt: GS RAWALF-Tochter LILLI von Thomas Paar.

In der Gruppe der Kühe über 50.000 Liter Lebensleistung kam der Preisrichter wegen der körperlichen Korrektheit sowie der Jugendlichkeit im Euter und Fundament nicht an der RUREX-Tochter F1050 aus der LFS Grabnerhof vorbei. Überragend war dann auch die Qualität der Kühe mit einer Lebensleistung über 70.000 Liter. Die beiden Ausnahmekühe waren MORIS-Tochter GILA von Johann Schweighofer und GS RAU-Tochter FANTA von Johann Arzberger. Wegen der Vorzüge in der Gesamtharmonie siegte GILA von Johann Schweighofer vor der bestens beeuterten FANTA von Johann Arzberger.

In der mit Spannung erwarteten Championentscheidung bei den älteren Kühen setzte sich wegen der herausragenden jugendlichen Frische und Unverbrauchtheit RUREX-Tochter F1050 aus der LFS Grabnerhof vor der, ebenfalls mit dem Prädikat Ausnahmekuh versehenen GS RAVE-Tochter EMMI von Norbert Kahr durch.

Töchter nach GS INROS

GENOSTAR zeigte acht Töchter des Fleckviehvererbers GS INROS (INHOF x MANITOBA) gezüchtet von Engelbert Sitka aus Miesenbach bei Birkfeld. GS INROS setzte sich auf der Schau aber schon vor der eigentlichen Töchterpräsentation in Szene: Bei den Jungkühen ging der Champion- und der Reservechampiontitel jeweils an die im Bewerb mitlaufenden GS INROS-Kühe.

Die gezeigten Kühe unterstrichen die Stärken ihres Vaters aus der Zuchtwertschätzung. Die Euterqualität konnte hinsichtlich Euterboden, Euterlänge und Baucheuteraufhängung überzeugen. Die absolut trockenen und ideal gewinkelten Fundamente rundeten das Bild der sympathischen Jungkühe ab. In Verbindung mit den überzeugenden Leistungs- und Fitnessdaten kommt die Fleckviehzucht trotz Abstriche in der Fleischleistung nicht an einem Ausnahmevererber dieser Qualität vorbei.

Eliteauktion

Das Angebot an Spitzengenetik auf der Eliteauktion war sicher vielfach ein Grund, dass Züchter von weit her zu dieser Veranstaltung anreisten. Die Topseller waren bei Holstein eine GOLD CHIP-Jungkuh aus dem Stall von Elisabeth Riegler, bei Braunvieh eine BOSEPHUS-Tochter aus der 150.000 Liter-Kuh GERIT von Josef Tippl und bei Fleckvieh eine hoch typisierte DAX-Tochter von Johann Arzberger. Den Schlusspunkt des Tages setzte ein in der Eutervererbung überzeugender, mischerbig hornloser ISARIO-Sohn von Erna Maria und Norbert Luschnig, der zum Tageshöchstpreis in das Besamungsunternehmen GENOSTAR wechselte.

LK-Auszeichnung für Lebensleistungszüchter

Ältere Kuhklassen fielen auf der Schau besonders positiv auf. Einzigartig war die Präsentation von zwei Kühen mit Lebensleistungen jenseits der 150.000 Liter-Marke. Beide Kühe konnten zudem in ihrer Karriere große Schauen für sich entscheiden: INTEGRITY NEELA (Holstein) und ACE LAURA (Braunvieh), beide aus der Zucht von Elisabeth Riegler in Langenwang. Kammerpräsident Franz Titschenbacher verlieh an die Betriebe Erich Aigner, Josef Tippl, Heinrich Blindhofer und Franz Mayr-Melnhof-Saurau Auszeichnungen für besondere züchterische Leistungen. Jeder dieser Betriebe hat bereits mehr als zehn 100.000 Liter-Kühe hervorgebracht.

Kinderkrebshilfe erfährt Unterstützung

Mit den Erlösen aus der Verlosung attraktiver Preise konnte ein karitativer Zweck erfüllt werden. Obmann Johann Derler konnte im Zuge der Verlosung einen namhaften Betrag an Rene Schaden von der österreichischen Kinderkrebshilfe überreichen.

Resümee

Der außerordentlich gute Besuch der Steiermarkschau 2016 zeigte, dass züchterisch orientierte Großveranstaltungen Zuspruch finden. Die Tiere auf der Schau überzeugten hinsichtlich Qualität und benoteten das Zuchtprogramm positiv. Das neue Rinderzuchtzentrum Traboch bedeutet Zukunft für die Rinderbauern in der Steiermark und wird als Drehscheibe des internationalen Handels dem Rindermarkt Impulse geben.                                                                                                                       

 

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