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Erfolgreiche Zucht braucht moderne Zuchtwertschätzung

Die Zuchtwertschätzung (ZWS) wird zwar von vielen Praktikern immer wieder kritisch beurteilt, aber es besteht wohl kein Zweifel daran, dass für eine erfolgreiche Zucht kein Weg an einer modernen Zuchtwertschätzung vorbei führt.

Dr. Christian Fürst, ZuchtData, ist federführend für die Umsetzung des neuen Gesamtzuchtwertes verantwortlich.

Generell kann sich die gemeinsame ZWS mit Deutschland und beim Fleckvieh mittlerweile auch mit Tschechien hinsichtlich Umfang und Qualität im internationalen Vergleich durchaus sehen lassen. Für jeden Stier werden bei jeder ZWS Zuchtwerte für ca. 50 verschiedene Merkmale nach den modernsten Methoden geschätzt und veröffentlicht. Eine Folge davon immer am neuesten Stand zu sein, sind natürlich auch immer wieder Änderungen bei den Zuchtwerten. Bei der April-ZWS war es wieder einmal soweit mit einer größeren Umstellung bei den Rassen Fleckvieh und Braunvieh. Das betrifft einerseits die Neuausrichtung des Gesamtzuchtwerts (GZW), aber auch die Einführung einer ZWS für Aufzuchtverluste und weitere Verbesserungen im Fitness- und Gesundheitsbereich.

Die neue Gewichtung verschiebt sich beim Fleckvieh von 38 : 16 : 46 für Milch : Fleisch : Fitness geringfügig auf 38 : 18 : 44%.  

Die für die Praktiker auffälligste Änderung ist die stärkere Stauchung des GZW bei Kühen, genomischen Kandidaten und Jungvererbern. Das bedeutet, dass die GZWe der Toptiere nach unten gegangen sind. Ein Rückgang im GZW muss aber nicht automatisch einen Rückgang in der Rangierung bedeuten! Man wird sich aber sehr schnell an diese neue Skala gewöhnt haben.

Besonders ist auf den Vitalitätswert (VIW) hinzuweisen, der das Ergebnis der neuen ZWS Aufzuchtverluste darstellt. Der Bereich der Aufzuchtverluste wurde ja bisher in der Zucht völlig vernachlässigt, ist aber aus wirtschaftlicher und Tierschutzsicht ein sehr wichtiger Bereich.

 

Bei der Rasse Braunvieh verschiebt sich das Verhältnis von 48 : 5 : 47 für Milch : Fleisch : Fitness auf 50 : 5 : 45%.              

 

Im Gesundheitsbereich gibt es mit der Einbeziehung der sogenannten geburtsnahen Beobachtungen einen großen Schritt nach vorne. Trotzdem ist die Erfassung der tierärztlichen Diagnosen keinesfalls zu vernachlässigen – es gibt noch sehr viel Verbesserungspotential! Hier hat es auch jeder Bauer selbst in der Hand, etwas zu einer Verbesserung der Zuchtwertschätzung und letztlich zur Zucht auf gesunde, leistungsstarke Kühe beizutragen! Die neue ZWS stellt einen weiteren Meilenstein in der ZWS dar und ermöglicht es allen Bauern ihr persönliches Zuchtziel noch besser umzusetzen – man muss die Möglichkeiten der ZWS nur nutzen!

 

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