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ICAR-Expertentreffen in Chile

Ende Oktober besuchte eine österreichische Delegation aus dem Bereich Leistungsprüfung den heurigen ICAR - Weltkongress in Puerto Varas (Chile).

V.l.: Andreas Täubl (Obmann LKV Stmk), Maria und Franz Schallerl (Vorsitzender LKV-Ausschuss und GF LKV Stmk.), Josef Mair (Vorsitzender LKV Austria und Obmann LfL OÖ), Christa Egger-Danner (ZuchtData), Markus Koblmüller (GF-Stellv. LKV Austria und GF LfL OÖ), Maria und Karl Zottl (GF LKV-AUSTRIA und LKV NÖ).

 

Das dreitägige Fachprogramm beinhaltete rund 60 Fachvorträge von den Mitgliedsländern aus aller Welt sowie Fachexkursionen zu typischen Betrieben und Organisationen der Leistungsprüfung und Milchwirtschaft in Chile.

Dr. Christa Egger-Danner, DI Markus Koblmüller und DI Karl Zottl präsentierten in ihren Vorträgen die aktuellen Serviceleistungen und Projekte der österreichischen Rinderzucht und Leistungsprüfung. Österreich ist v.a. aufgrund der Aktivitäten in der Qualitätssicherung und Tiergesundheit ein sehr anerkanntes Mitgliedsland im ICAR-Verbund. Egger-Danner leitet zusätzlich die Arbeitsgruppe der funktionalen Merkmale.

ICAR-Qualitätszertifikat

Österreich erfüllt seit Jahren auch den höchsten Qualitätsstandard in der weltweiten Leistungsprüfung und hat im Jahr 2014 ein noch höherwertiges, internes österreichweites Qualitätsmanagementsystem umgesetzt, welches auch im ICAR Qualitätszertifikat anerkannt wurde.

Im Rahmen des Kongresses wurde das neue Qualitätszertifikat mit Gültigkeit bis 2018 an den Vorsitzenden des LKV-Ausschusses, DI Franz Schallerl, überreicht.

Internationaler Fachaustausch

Die wesentlichen Fachthemen des Kongresses waren die Erfassung von neuen Merkmalen, v.a. zur Verbesserung der Tiergesundheit, die Vernetzung zwischen den EDV-Systemen der Leistungsprüfung mit automatischen Systemen der Landwirte (u.a. Melkroboter, Sensoren, Herdenmanagementprogramme, ...) sowie Weiterentwicklungen in der Genotypisierung von Kühen. Eine wichtige Botschaft war das engere Zusammenrücken der gesamten Branche in der Rinderzucht mit der Industrie, um den Landwirt als gemeinsamen Kunden bestmöglich zu betreuen. Hier lieferten v.a. Australien und Neuseeland interessante Ansätze.

Seitens des deutschen Dachverbandes der Leistungsprüfung (DLQ) wurde als Begleitprogramm zum Kongress eine Fachexkursion mit Besichtigung von landwirtschaftlichen und kulturellen Sehenswürdigkeiten organisiert. Dies konnte auch für einen interessanten und wichtigen Erfahrungsaustausch mit den deutschen Vertretern (LKV Sachsen-Anhalt und Thüringen, ADR) genutzt werden.

Kostengünstige Milchproduktion

Chiles bedeutendster Wirtschaftszweig ist der Kupferabbau. Die Landwirtschaft hat mit 29% aber einen sehr hohen Anteil am BIP. Die Milchwirtschaft ist in einer klimatischen Gunstlage im Süden angesiedelt. Mit rund 460.000 Kühen werden 2,5 Mio. kg Milch produziert. Das System ist auf Weidebasis mit saisonaler Abkalbung aufgebaut und daher wie z.B in Irland und Neuseeland sehr kostengünstig.

Hauptrassen sind Jersey und weidetaugliche Holstein-Friesians. Die größten Molkereien sind Colun (CH), Soprole (NZL), Nestle und Whatts (beide SUI), der aktuelle Milchpreis mit rund 30 Cent ist aufgrund der günstigen Produktionsbedingungen sehr zufriedenstellend.

 

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