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Kremesberger Fachtagung mit vielen aktuellen Infos

Bei der 6. Kremesberger Fachtagung diskutierten Experten über Bestandsbetreuung, Effizienz, Aborte beim Rind, Impfungen sowie über die funktionierende Zusammenarbeit zwischen Tierarzt und Landwirt.

Die Referenten, v.l: M. Iwersen, Z. Bagó, K. Bauer, C. Rechberger. G. Freudenberger, C. Egger-Danner, V. Schweinzer, T. Wittek, H. Bodlak, M. Drillich

landwirt.com/Taferner

Eine effiziente Produktion in Zeiten schwieriger Marktbedingungen ist notwendiger denn je. Für den Landwirt gilt es, mögliche Einsparungspotentiale für seinen Betrieb auszuloten. Das funktioniert in der Regel sehr gut mit den Arbeitskreisen (AK) der Landwirtschaftskammern. Eine konsequente Aufzeichnung ist wichtig, um Einsparungspotentiale zu erkennen und unter fachlicher Begleitung analysieren und beheben zu können. Für den Betriebserfolg ist bei den AK-Betrieben zu 85% der Direktleistungen die Milch verantwortlich. Dem gegenüber stehen Direktkosten mit 34% aus dem Kraftfutter und mit 32% aus der Bestandesergänzung. Der Anteil der Kosten für den Tierarzt ist mit etwa 6% für den Betriebserfolg nicht ausschlaggebend.

Technik trifft Kuhstall

Bei der Sensor-Technologie im Kuhstall gibt es noch einiges an Entwicklungspotential, der Einsatz in der Milchviehhaltung wird in den kommenden Jahren zunehmen. Arbeitsabläufe sollen so effizienter gestaltet und Risikofaktoren aufgrund atypischer Bewegungsabläufe frühzeitig erkannt werden. Automatische Melksysteme (AMS) sind ebenso auf dem Vormarsch. Derzeit gibt es rund 500 Melkroboterbetriebe in Österreich. Bei allen Vorteilen eines AMS löst dieses System bereits vorhandene Probleme bezüglich Eutergesundheit aber nicht. Eine umfassende Melkhygiene vor und nach dem Melkvorgang ist absolut notwendig, um die Anzahl an Mastitiserreger möglichst gering zu halten. Das Thema Effizienz wurde mit der Projektvorstellung von „Efficient Cow“ aufgezeigt. Die Datengrundlage und die Erfahrung bei der Datenerhebung wird es ermöglichen, die Weiterentwicklung der Leistungsprüfung, der Zucht und dem Herdenmanagement sowie die Effizienz von Betrieben und Kühen auf Basis österreichischer Produktionsbedingungen zu forcieren.

 

Laut ZAR-Obmann Wagner gilt es, die alltäglichen Herausforderungen gemeinsam zu lösen. Die Politik, der Handel, die Interessenvertretungen und die Bauern müssen einen gemeinsamen und zukunftsfähigen Weg gehen.

Kostenfaktor Kälbersterblichkeit

Um schon im embryonalen Frühstadium Informationen über die Kälbersterblichkeit zu erhalten, hat sich der steirische TGD seit 2014 mit der systematischen Untersuchung von Aborten bei Rind, Schafe und Ziegen befasst. Mit umfassenden Beobachtungen, serologischen Untersuchungen sowie Untersuchung des Fötus bzw. auch von Organmaterial steht eine zeitnahe Befundung auf infektiöse Erreger zur Verfügung. Trotz dieser Datengrundlage liegt die Aufklärungsrate von Aborten bei etwa 50%. . In Österreich werden flächendeckend direkte Gesundheitsdaten wie tierärztliche Diagnosen und geburtsnahe Gesundheitsbeobachtungen aus dem Gesundheitsmonitoring Rind für die Zuchtwertschätzung zur Verfügung gestellt.

Impfen: Vorbeugen statt heilen

Aus Sicht der Rinderwirtschaft ist das Thema Impfen von enormer wirtschaftlicher Bedeutung. Burgenland und jeweils der Osten von Niederösterreich inkl. Wien und der Steiermark sind derzeit vom Zuchtrinderexport wegen der Blauzungenkrankheit von wichtigen Märkten ausgeschlossen. Die Tiere müssen meist zu einem geringeren Preis in andere Märkte verkauft werden. Dadurch entsteht ein wirtschaftlicher Verlust für die heimischen Betriebe. Aufgrund der 2008 geführten Diskussionen wurde aktuell keine Impfpflicht verordnet. Generell kann eine vorbeugende Impfung durchaus Antibiotika einsparen. Eine Diskussion, die es zukünftig aktiv zu führen gilt.

Vorbeugendes Herdenmanagement mit dem Tierarzt

Die Zusammenarbeit zwischen Tierarzt und Landwirt in Richtung Bestandesbetreuung rückt immer stärker in den Vordergrund. Das funktioniert nur, wenn es der Betrieb (Betriebsgröße, Interesse des Landwirtes) sowie deren Erreichbarkeit aus für beide Partner zulässt. Im Großteil der Betriebe wird weiterhin ein rein kurativer Besuch des Tierarztes aus den verschiedensten Gründen notwendig sein. Wenn sich Landwirt und Tierarzt auf eine Zusammenarbeit einigen, kann die vorbeugende Betreuung für die Tiergesundheit, wie viele Praxisbeispiele bestätigen, von großem Vorteil sein. Wichtig ist, dass ein gegenseitiges Vertrauensverhältnis besteht und die Erwartungen des Bauern erfüllt werden. Bei einem derartigen Verhältnis muss sich vor allem der Bauer mit seinem Betriebsdaten auseinandersetzen, um etwaige Problembereiche gemeinsam mit dem Betreuungstierarzt zu diskutieren und lösen zu können.

 

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