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Milchgipfel mit ZAR-Obmann Stefan Lindner

Zum Milchdialog am 14. Juni im Parlament, angesichts der dramatischen Marktlage, war auch ZAR-Obmann Stefan Lindner geladen.

Der Milchgipfel im Parlament unter dem Vorsitz von Bundesminister Andrä Rupprechter

„Unsere Interessenvertretung mit über 23.000 österreichischen Rinderzüchtern wird das von Agrarminister Andrä Rupprechter vorgelegte Zehn-Punkte-Maßnahmenprogramm engagiert unterstützen. Vor allem die vom Bauernbund formulierte Forderung, einen Rabatt zur Sozialversicherung für ein Quartal zu erlassen, würde eine leichte Abfederung der dramatischen wirtschaftlichen Situation der heimischen Milchbauern bedeuten“, so Lindner. Die Vertreter der politischen Parteien, Sozialpartner, Verarbeiter, Handel, Experten und Bauern waren sich beim Milchdialog vergangene Woche einig, dass langfristige Maßnahmen zur Existenzsicherung der rund 30.000 Milchbauern unabkömmlich sind. Bis zu 50 Mio. Euro will Rupprechter über das Programm der Ländlichen Entwicklung für die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der Milchwirtschaft zur Verfügung stellen. Als Ziel nannte er eine bessere Mengenbündelung sowie die Stärkung von Vermarktung und Export. Weiters stehen der Ausbau der Qualitätsprogramme, die Stärkung der Qualitätsdifferenzierung sowie ein Milchmarketing-Schwerpunkt am Programm der zukünftigen Unterstützungen. Auch die Stundungsmöglichkeit für Agrarinvestitionskredite wird den Betrieben in Aussicht gestellt.

Stefan Lindner, auch Obmann der Tirol Milch, bezeichnet den derzeitigen Milchmarkt als einen Markt der Extreme. „Mit vereinten Kräften muss es uns gelingen, eine Abfederung des Preisverfalls zustande zu bringen. Dies stellt eine große Herausforderung angesichts der Überkapazitäten sowie der geringen Nachfrage aus Asien und des Russlandembargos dar.“

 

Entwicklung der abgelieferten Milch an die österreichischen Molkereien sowie der Lieferanten

Der Strukturwandel bei den Milchbauern setzt sich seit Jahren unvermindert fort. Seit dem EU-Beitritt ist die Zahl der Betriebe um 60% zurückgegangen und der Milchkuhbestand nahm um mehr als 100.000 auf etwa 530.000 Stück ab. Etwa 87% der in den Verkauf gelangten Milch wird von den 21.000 heimischen Kontrollbetrieben erzeugt, das ein klares Zeichen für die zunehmende Professionalisierung der Milchproduktion in Österreich darstellt.

„Es ist wichtig, dass unsere Branche produktionsorientiert bleibt, weil wir von der Milch und vom Fleisch leben. Die derzeitige dramatische Situation in der Milchwirtschaft ist nur durch eine faire Partnerschaft zwischen den Bauern, den Verarbeitern, dem Handel und den Konsumenten zu lösen. Es ist wichtig, die Synergien noch weiter zu bündeln. Das bringt am Ende Wertschöpfung – für uns alle“, blickt Stefan Lindner hoffnungsvoll in die Zukunft.

 

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