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Rückblick: Wintertagung 2016

Das Thema der österreichweiten Wintertagungswoche 2016 lautete „Billig gibt’s nicht, irgendwer zahlt immer drauf."

Unter diesem Motto diskutierten Vertreter aus Wissenschaft, Interessensvertretung und Politik die aktuellen Herausforderungen auf den Märkten und vor allem wie sich Österreich auf diesen positionieren kann. Die Marktentwicklungen wurden von Experten aus der Milch- und Fleischwirtschaft erörtert. Seitens der Politik wurde ein Weg vom Billigbieterprinzip hin zum Bestbieterprinzip gefordert, das in manchen Bereichen bereits erfolgreich umgesetzt wurde. Den Konsumenten in den Mittelpunkt zu stellen und über die tägliche Arbeit der Bauern aufzuklären, war eine weitere Kernaussage. Schließlich wird das Einkommen der Bauern über die Konsumenten erzielt. Dabei ist zu beachten, dass vom erzielten Endpreis wie z.B. bei der Milch nur ein Drittel beim Bauern direkt ankommt. Argumentiert wurde dies mit zunehmenden Lohnkosten in der Veredelungskette. Und hier gilt es, mit Nachdruck das Bewusstsein für qualitativ hochwertige Lebensmittel zu festigen, um den Mehrwert für den Bauern über die Konsumenten auch am Markt erlösen zu können.

 

Themenblock Tiergesundheit, Zuchtmanagement und Stallklima: Moderator Mag. Franz Sturmlechner und die Experten Ing. Eduard Zentner, Dr. Christa Egger-Danner, Dr. Johann Burgstaller, Dr. Walter Obritzhauser, Johannes Neuhauser

Herkunftsbezeichnung ausbauen

Die Stärken der österreichischen Agrarwirtschaft liegen in der Regionalität, Nachhaltigkeit und Qualität als Nische, sich auf dem Weltmarkt zu platzieren. Bei einer Wertschöpfung von 10,-- € werden immerhin 6,-- € durch den Export erwirtschaftet. Das AMA-Gütesiegel in Partnerschaft mit dem Lebensmitteleinzelhandel spielt eine tragende Rolle. Nachholbedarf gibt es beim „Außer-Haus-Verzehr“ der KonsumentInnen mit einem Anteil von 50%, wo die Herkunftsbezeichnungen immer noch unzureichend funktionieren, die es mit Nachdruck auszubauen gilt. Dem bekannten Baumaxslogan „Großer Wert ist kleiner Preis“, der sich nicht einmal im Baumarkt durchgesetzt hat, darf sich keinesfalls in der bäuerlichen Produktion durchsetzen. Europaweit einzigartig ist der hohe Anteil von Aktionsware bei Lebensmitteln, der bei 50% liegt. Die Strukturbereinigung in Österreich schreitet voran. Allerdings hat hier weder der EU-Beitritt 1995  noch der Wegfall der Milchquote diesen statistisch beeinflusst. Eine tägliche Herausforderung für die Milchwirtschaft sind aktuell die Russlandsanktionen, ein Markt, der immerhin 1/3 der Käseexporte bisher abgenommen hat. Beim Rindfleisch liegt EU-weit der Preis aktuell über dem Durchschnitt. Allerdings muss auch hier jedes 2. Rind ins Ausland exportiert werden.

 

Bundesminister Rupprechter referierte über den "Zukunftsraum Land".

Preisdruck auf den Produzenten

Low-Input-Systeme wie zum Beispiel der Vollweidebetrieb sind bei derartigem Druck auf die Erzeugerpreise eine gute Alternative als Produktionsgrundlage. Das Einkommen wird jedenfalls aus der produzierten Milch gewonnen, wobei natürlich die Milchleistung sowie die Lebensleistung einen entscheidenden Einfluss auf den Betriebserfolg hat. Mit dem Projekt Efficient Cow wurde dazu ein umfassender Datensatz gesammelt, der für die kommenden Jahre wertvolle Ergebnisse für eine nachhaltige, effiziente und gesunde Kuh, die möglichst viel Milch produziert und Kälber zu Welt bringt. Wesentlichen Einfluss haben auch verschiedene Haltungssysteme und das Stallklima. Mit der Erhöhung der Nutzungsdauer und in weiterer Folge der Lebensleistung vor allem mit der Neuausrichtung des Gesamtzuchtwertes ab April 2016 trägt die Zucht wesentlich zur wirtschaftlichen Weiterentwicklung einer effizienten Milchproduktion bei.

 

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