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Rinderzüchter fordern mehr Beachtung für das Grünland

Die schwierige Einkommenssituation der Rinderzüchter und Milchbauern, die 2015 mit 22.730 Euro je Betrieb im Durchschnitt einen Rückgang der Einkünfte von 28% zu verkraften hatten, erfordert eine intensive Beratungsarbeit, Motivation der Züchter für eine professionelle Betriebsführung und vor allem eine faire Verteilung innerhalb der Wertschöpfungskette.

ZAR-Obmann Stefan Lindner nimmt die Ergebnisse des neuen Grünen Berichts 2015 über die wirtschaftliche Entwicklung der Landwirtschaft auch zum Anlass, um für mehr Beachtung des Grünlands zu plädieren.

Rund 50% der Grünlandflächen, etwa 800.000 Hektar, werden in Österreich extensiv bewirtschaftet und stehen mit einem geringen Tierbesatz von weniger als einer Kuh/Hektar im Einklang mit der Natur. Die Artenvielfalt auf den Grünlandflächen ist beachtlich. „Der Strukturwandel in der Milchproduktion hat zwar zur Festigung der Wettbewerbsfähigkeit auf globalen Märkten zu höheren Beständen je Betrieb geführt, aber in den Grünlandregionen gibt es keine Massentierhaltung, aber dafür einen starken Bezug zwischen Mensch, Tier und Umwelt“, betonte Obmann Stefan Lindner.

Das amerikanische Landwirtschaftsministerium geht in seiner aktuellen Prognose davon aus, dass sich die globale Milchproduktion mittelfristig stärker an die Nachfrage anpassen wird. Auch für die EU rechnen die Washingtoner Experten mit einem deutlichen Rückgang der Milcherzeugung.

Forschung für Fairnesspräferenzen

„Die ZAR unterstützt alle Maßnahmen, die dem Absatz heimischer Milcherzeugnisse, der Pflege von Auslandsmärkten und eine faire Partnerschaft zwischen Bauern, Verbrauchern, Verarbeitungsbetrieben und Handel dienen und vor allem die Initiative von Bundesminister Andrä Rupprechter, die Exportsanktionen gegenüber Russland zu beenden“, erklärte Obmann Stefan Lindner.

Im Zuge der aktuellen Diskussion über die schwierige Einkommenssituation und Marktlage für die Rinderzüchter und Milchproduzenten regt die ZAR auch an, in Zusammenarbeit mit einschlägigen Instituten an den Universitäten oder im Agraressort, die Forschung für Fairnesspräferenzen zu intensivieren. Bisher wurden nämlich, wie die deutsche Studie der Göttinger Agrarökonomen Achim Spiller und Gesa Busch „Landwirtschaftsanteil und faire Verteilung in der Wertschöpfungskette“ zeigt, die Erlösanteile für die Bauern nur unzulänglich analysiert. Die Expertise ergab auch, dass die Verbraucher auf Seite der Produzenten stehen, obwohl es auf liberalisierten Agrarmärkten schwierig ist, mit politischen Maßnahmen die Besserstellung der Landwirte in der Wertschöpfungskette zu erreichen.

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