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ZAR fördert Lebensleistung und Tierwohl

Der immer wieder geäußerten Kritik verschiedener bäuerlicher Organisationen – auch auf der Grünen Woche in Berlin im Rahmen der Präsentation des „Kritischen Agrarberichts 2015“ – wonach Zuchtverbände nur auf Höchstleistungen setzen, tritt die RINDERZUCHT AUSTRIA mit Entschiedenheit entgegen.

Massive Einkommensverluste der Milchbauern und Züchter im Jahre 2015 erfordern aus Sicht der Rinderzucht eine vernünftige Balance zwischen Leistungsorientierung, Tierwohl und nachhaltiger Nutzung des vom Flächenrückgang bedrohten Grünlands. Kleinstrukturierte bäuerliche Familienwirtschaften benötigen im globalen Wettbewerb Perspektiven für die professionelle Führung der Betriebe, für die Investitionssicherheit sowie für Absatzchancen im In- und Ausland. Die durchschnittliche Anzahl der Milchkühe in Österreich, mit 14 Stück, ist im Gegensatz zu anderen europäischen Agrarländern (Tschechien 120, Deutschland und Frankreich je 40) gering.

Laut ZAR-Obmann Anton Wagner erfordert aber der bedenkliche Rückgang der Milcherzeuger offensive Strategien in der Bildungs- und Beratungspolitik. „Das Motto, wonach nur gesunde Kühe wirtschaftlichen Ertrag und somit Einkommenssicherheit bieten, ist seit über 10 Jahren das Hauptaugenmerk der ZAR“, so Wagner weiter. Die Themen Fruchtbarkeit, Langlebigkeit sowie Klauengesundheit sind für die Milchviehhalter von existentieller Bedeutung. Im Rahmen mehrerer Forschungsprojekte stellt die RINDERZUCHT AUSTRIA in Zusammenarbeit mit den Universitäten für Bodenkultur und für Veterinärmedizin den Zuchtbetrieben praxisgerechte Forschungsergebnisse zur Verfügung.

Gegen Leistungsbegrenzungen

Der gelegentlich zu hörende Vorschlag, die Milchviehbetriebe sollen eine Leistungsbegrenzung von 6.000 kg pro Kuh und Jahr anstreben, wird von der Rinderzucht zurückgewiesen. „Das genetische Potential der Tiere, das sich über Jahrhunderte entwickelt hat, und tiergerechte Fütterungs- und Haltungsbedingungen bedingen leistungsbereite Tiere. Dies gehört jedoch im Interesse unserer Tiere und der nachhaltigen Bestandsfähigkeit der Betriebe mit Maßnahmen zur Tiergesundheit begleitet“, betont Wagner.

Österreich ist EU-weit das einzige Land, das gentechnik-freie Milch herstellt und sich damit auf in- und ausländischen Märkten hohes Vertrauen bei den Konsumenten erworben hat. Durch diese Besonderheit hebt sich die heimische Rinderwirtschaft klar von anderen Produktionsländern ab. Die neue Marketinginitiative vom Bundesministerium für ein lebenswertes Österreich und der Agrarmarkt Austria, „Best of Austria“, wird von der ZAR positiv gesehen. Rund 87% der in Österreich in Verkauf gelangten Milch stammt von den Rinderzuchtbetrieben. Dabei wird der Fokus auch in Zukunft auf Lebensleistung und Tiergesundheit gesetzt. Durch den topographisch bedingt hohen Grünlandanteil wird Österreich künftig auf die Milchproduktion und auf den Export agrarischer Güter setzen. Dazu sind begleitende Maßnahmen für eine zukunftsorientierte Nutzung des Grünlands und der Almweideflächen notwendig.

Entlang der Wertschöpfungskette Milch ist für die Milchbauern ein konstruktiver Dialog mit den Verarbeitungsbetrieben, Handelsketten und den Konsumenten von enormer Wichtigkeit. „Ein ruinöser Verdrängungswettbewerb unter den Lieferanten und auf Seiten der Verarbeiter wird letztendlich immer zu Lasten des Bauerneinkommens geführt. Es darf nicht passieren, dass die Milchbauern zu unterbezahlten Dienstleistern degradiert werden“, gibt sich ZAR-Obmann Wagner kämpferisch.

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