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Gemeinsam für die Mutterkuhhaltung und Rinderwirtschaft!

Gastkommentar von Ing. Walter Steinberger, Obmann der FLEISCHRINDER AUSTRIA

V.l.: Ök.-Rat Hans Harsch übergibt den Vorsitz von FLEISCHRINDER AUSTRIA an seinen Nachfolger Steinberger ab.

2012 war allen Vertretern der Mutterkuhhaltung und Fleischrinderzucht klar, dass sich die Entscheidung, die Mutterkuhprämie ersatzlos zu streichen, als Fehler herausstellen wird. Alle Argumente und Warnungen zu den Auswirkungen auf die österreichische Landwirtschaft blieben ungehört. Während man in vielen EU-Ländern an einer Unterstützung der Mutterkuhbetriebe festhielt, fiel diese in Österreich ab 2015 sukzessive weg.

Die aktuellen Zahlen zeigen klar, dass nicht nur die Mutterkuhbetriebe betroffen sind. Seit 2012 ist die Zahl der Mutterkühe um über 30.000 Stück gesunken, während die Zahl der Milchkühe um 16.000 angestiegen ist. Kombinierte Betriebe haben den Bestand an Mutterkühen reduziert um mehr Milchkühe halten zu können und spezialisierte Mutterkuhbetriebe sind in die Milchproduktion eingestiegen. Der Rückgang der Mutterkühe trifft auch alle Sparten der Rindermast – egal ob Stier-, Ochsen- oder Kalbinnenmast – von allen Seiten ist zu hören, dass es immer schwieriger wird, Einsteller zu bekommen. Zu Bedenken ist auch, dass ein beträchtlicher Teil der Mutterkuhbetriebe Kalbinnen und Kühe aus der Milchproduktion zur Remontierung ankauft – die sinkende Zahl der Mutterkuhbetriebe wirkt sich unmittelbar auf die Inlandsnachfrage nach weiblichen Tieren aus.

Die Mutterkuhhaltung spielt sich in Österreich zu über 80 % im Berggebiet ab, zwei Drittel der Mutterkühe werden auf Dauergrünlandbetrieben gehalten. Die Mutterkuhbetriebe bilden nicht nur eine wichtige Grundlage für die Rindfleischproduktion, sie tragen maßgeblich zum Erhalt der Kulturlandschaft und der Belebung des ländlichen Raums bei.

Als neu gewählter Obmann von Fleischrinder Austria sehe ich es derzeit als meine wichtigste Aufgabe, eine klare Position bei den GAP-Verhandlungen zu beziehen und eine Unterstützung für die Mutterkuhbetriebe einzufordern. Ich ersuche die Vertreter der Rinderwirtschaft, allen voran natürlich die ZAR, aber auch die Zuchtverbände, die Rassearbeitsgemeinschaften und alle Funktionärinnen und Funktionäre in den Bundesländern hier an einem Strang zu ziehen. Denn eines ist klar: Die Unterstützung der Mutterkuhhaltung ist zum Vorteil aller Rinderbauern!

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