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ZAR-Generalversammlung 2017

ZAR-Obmann Stefan Lindner und Geschäftsführer DI Martin Stegfellner blickten im Rahmen der diesjährigen Generalversammlung in Eugendorf bei Salzburg auf ein ereignisreiches Jahr zurück.

ZAR-Obmann Stefan Lindner wies auf die zahlreichen Initiativen zur Aufbereitung der Exportmärkte hin.

 

Für sie selbst war es auch der Rückblick auf das erste Jahr in ihrer neuen Funktion. Zu Beginn der Veranstaltung gab es eine Gedenkminute für den plötzlich verstorbenen ehemaligen ZAR-Obmann Stellvertreter Ök.-Rat Willibald Rechberger.  Neben dem Ehrenobmann der ZAR, Ök.-Rat Anton Wagner, konnte Obmann Stefan Lindner auch DI Josef Wiesböck vom BMLFUW sowie den Geschäftsführer der ARGE Rind, Ing. Rudolf Rogl, beim Gastagwirt begrüßen.

Bildungsbereich neu aufgestellt

Die ZAR brachte sich engagiert in die Diskussion zur Novellierung des Tierschutzgesetzes und der 1. Tierhaltungsverordnung ein und gab eine entsprechende Stellungnahme ab. Das Ergebnis ist aus Sicht der ZAR auf jeden Fall praxistauglich ausgefallen. Der öffentliche Diskussionsprozess für die Gemeinsame Agrarpolitik nach 2020 wurde bereits gestartet, die ZAR rief auch aktiv alle Rinderzüchter zur Mitgestaltung auf. Mit der Einführung des Ökologischen Gesamtzuchtwertes (ÖZW), spätestens Ende des Jahres, wird besonders der biologischen Landwirtschaft Rechnung getragen.

Der Bildungsbereich wurde völlig neu aufgestellt. Im Rahmen der neuen Jungzüchterprofi-Ausbildung wird es die Schwerpunkte Milch und Fleisch geben. Das Mindestalter für eine Teilnahme wird zukünftig auf 18 Jahre angehoben. Für jüngere Interessenten wird ein „I-Kuh-Workshop“ in diversen Landwirtschaftlichen Fachschulen angeboten werden. Weiters werden auch wieder wie gewohnt Bildungsprojekte in den Bereichen RDV4Vet, LKV-Herdenmanager, Multiplikatorenschulungen, Bewerter- und Preisrichterschulungen, Fachexkursionen und Züchterlehrfahrten organisiert.

 

GF DI Martin Stegfellner kann in seinem ersten Geschäftsjahr auf ein positives Betriebsergebnis verweisen.

Intensives Zuchtviehmarketing

Die Bundes- und Landesschauen des vergangenen Jahres haben wieder gezeigt, dass die österreichische Rinderzucht vor allem auch internationales Publikum begeistern kann. Das Marketing auf rund 20 Auslandsmessen und Rinderschauen innerhalb Österreich ist ein wirksames Mittel, um auf die hochwertige österreichische Zuchtviehqualität aufmerksam zu machen. Im Jahr 2016 konnten insgesamt 32.000 Zuchttiere in den EU-Binnenmarkt und in Drittstaaten exportiert werden. Diese gute Entwicklung soll aber nicht von der prekären Lage mancher Regionen Österreichs hinwegtäuschen.

Durch das Auftreten der Blauzungenkrankheit im November 2015 wurden Teile des österreichischen Staatsgebietes zur Sperrzone Blauzungenkrankheit BTV 4 erklärt. Durch dieses Hemmnis ist die Vermarktung von Zuchttieren ins Ausland sehr schwierig. Hauptbetroffen ist vor allem der Südosten Österreichs. Das Schmallenberg-Virus bereitet zusätzliche Schwierigkeiten - vor allem auch für den Türkeiexport.

Die ZAR ist zukunftsfit

Um den künftigen Anforderungen der Mitgliedsverbände der RINDERZUCHT AUSTRIA noch besser gerecht zu werden, sind vor allem strukturelle Weiterentwicklungen geplant. Im Dezember des vergangenen Jahres erfolgte mit der ZAR-Zukunftswerkstätte der Startschuss für eine umfangreiche Evaluierung und Weiterentwicklung der Dachorganisation. Die Anforderungen sind in den letzten Jahren in einem Ausmaß gestiegen, dass es notwendig wurde, noch effizienter und vor allem schlagkräftiger in gewissen Bereichen aufzutreten. So wurden für diesen Diskussionsprozess insgesamt vier Arbeitsgruppen mit den Schwerpunkten Forschung und Entwicklung, Image und Öffentlichkeitsarbeit, Marketing und Vermarktung sowie  Vision eingerichtet. In diesen soll eine zukünftige gemeinsame Strategie der österreichischen Rinderzucht diskutiert und erarbeitet werden. Ziel des Prozesses ist eine Bestandsaufnahme der Stärken und Verbesserungspotentiale und die ZAR in weiterer Folge zukunftsfit zu machen.

 

 

Ing. Martin Mayerhofer berichtete aus der ZuchtData

Internationale Vernetzung

Die internationale Zusammenarbeit wird tagtäglich praktiziert. Seit 17 Jahren ist die RINDERZUCHT AUSTRIA im größten europäischen Rinderdatenverbund federführend dabei. Der Aufwand wird kostengünstig unter den Partnerorganisationen in Bayern, Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen und Tschechien aufgeteilt. Hier wird Zusammenarbeit auf höchstem internationalem Niveau geleistet. Österreich ist hier vor allem für Weiterentwicklung in den Bereichen Tiergesundheit, Langlebigkeit und Fruchtbarkeit sowie Nachhaltigkeit und Klimaschutz zuständig.

 

Der Vertreter des Landwirtschaftsministeriums, DI Josef Wiesböck

Die RINDERZUCHT AUSTRIA rief für 2017 das Schwerpunktthema „Das Kalb – Die Kuh von Morgen“ aus, um auf das ökonomische Potential in der Aufzucht der Kälber verstärkt hinzuweisen. Denn die Basis für einen erfolgreichen Rinderbetrieb beginnt bereits mit der Aufzucht gesunder Kälber. So sollen über das Jahr hinweg Vorträge, Fachartikel und Fachveranstaltungen auf dieses Thema hinweisen und versuchen, die Landwirte für dieses Thema verstärkt zu sensibilisieren.

Big Data hält Einzug in die Landwirtschaft

Einen Höhepunkt der Generalversammlung stellte das Referat des deutschen Agrarwirtschaftlers Dr. Christian Linke dar. Dieser ist freiberuflich im Bereich Agrardigitalisierung tätig und bei einem Start-up beteiligt. Sein Beitrag unter dem Titel „Landwirtschaft 4.0“ beschäftigte sich mit Big Data. Dieser Begriff hat mittlerweile auch die Landwirtschaft im vollen Umfang erreicht.

 

Gastreferent Dr. Christian Linke zm Thema Big Data in der Landwirtschaft

Big Data ist gekennzeichnet durch rasant wachsende Datenvolumina, schnellere Geschwindigkeit, aber auch durch Unstrukturiertheit, Unvollständigkeit und Widersprüchlichkeit. Die Herausforderung liegt nun darin, aus dieser enormen Datenmenge und Datenvielfalt entsprechenden Nutzen zu ziehen. Im Bereich der Rinderzucht gibt es genug Datenquellen, aus der Milch- und Fleischleistungskontrolle, aus den Laboren, aus Melkrobotern (AMS), Sensoren, Qualitätsprogrammen, Herdenmanagement, etc. Die unterschiedliche Qualität der Daten in den verschiedensten Formaten macht eine Integration sehr schwierig. Genau darin liegt die Herausforderung der Nutzung von BigData. Eine Zusammenführung und stärkere Vernetzung hätte jedenfalls positive Auswirkungen auf die Marktposition der österreichischen Landwirtschaft, ist sich Linke sicher. Durch Vernetzung gäbe es für die einzelnen Betriebe viele Lösungsmöglichkeiten für verschiedene Bereiche. Damit wären auch Weiterentwicklungen und Produktionssteigerungen möglich. Die Landwirte sollten daher die Chancen selbst nutzen – für die Dokumentation, Auswertung, Betriebsverbesserung, Prozessoptimierung und die Zucht.

 

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