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Wintertagung: Bekenntnis zur heimischen Landwirtschaft

Die 65. Wintertagung des Ökosozialen Forums startete am 29. Jänner mit dem ersten von insgesamt elf Fachtagen, jenem für Agrarpolitik.

Am Podium diskutierten Ludger Schulze Pals (Moderation, CR Top Agrar), Martin Banse (Thünen-Institut), Marcel Haraszti (REWE), Stefan Lindner (Obmann Tirol Milch und ZAR), Hermann Schultes (Präsident LK-Ö), Elisabeth Kern (Sprecherin der land- und forstwirtschaftlichen Lehranstalten), Martina Salomon (Stv. CR Kurier).

Unter dem Motto "Von Milchseen zur Butterknappheit. Was kommt als Nächstes?" zeigten Bundesministerin Elisabeth Köstinger und der Präsident des Ökosozialen Forums, Stephan Pernkopf, mögliche Weichenstellungen für die Zukunft der heimischen Landwirtschaft auf. Mit dem Ratsvorsitz der EU kann Österreich diesbezüglich wichtige Akzente setzen. Für Köstinger ist die Stärkung der ländlichen Regionen und deren nachhaltige Entwicklung ein wichtiger Auftrag. Ebenso im Abbau der Bürokratie für bäuerliche Familienbetriebe sowie der Lebensmittelkennzeichnung in der Gemeinschaftsverpflegung, um vor allem die regionale Produktion von qualitativ hochwertigen Lebensmitteln noch stärker zu forcieren. Diese wurde auch im aktuellen Regierungsprogramm so festgehalten.

Die politischen Vertreter waren sich einig, dass die vielfältigen Leistungen der heimischen Landwirtschaft abgegolten werden müssen, um auch so dem Strukturwandel wirksam entgegentreten zu können. Das aktuelle Regierungsprogramm zeige jedenfalls in die richtige Richtung, war man sich einig. Im Rahmen der anschließenden Podiumsdiskussion sprach sich ZAR- und Tirol Milch-Obmann Stefan Lindner klar dafür aus, die Produktionsmenge auf den Markt abzustimmen. Er erinnerte daran, dass die Milchbauern und Molkereien mit einem breiten Angebot (Bio- und Heumilch) sowie gentechnikfreien Produkten auf die steigenden Konsumentenerwartungen eingehen. Die Branche punkte auch mit zahlreichen Spezialitäten im Export. Die Abstimmung der Produktionsmenge auf den Markt werde gerade im Milchsektor immer wichtiger, hier sei die enge Absprache zwischen Bauern und Verarbeitern unbedingt notwendig. An die Adresse des Handels erklärte Lindner, dass man den Trend zu mehr Eigenmarken kritisch sehe.

 

DI Martin Stegfellner moderierte den Themenblock Tierhaltung und Markt.

Zukunft der Grünland- und Viehwirtschaft

Das Thema Digitalisierung stand im Zentrum der diesjährigen Grünland- und Viehwirtschaftstage vom 1.-2. Februar im Aigen im Ennstal. Dabei wurden Erfahrungen aus der Praxis sowohl von bäuerlicher als auch aus der Sicht des Handels ausgetauscht und diskutiert.

Am Betrieb gibt es nichts zu verschenken!

Seitens der österreichischen Rinderzucht referierte DI Franz Steininger (ZuchtData) über das ZAR-Projekt Effizienz-Check. Dabei handelt es sich um eine noch zu entwickelnde Web-Anwendung, die im RDV-Portal ZüchterInnen in Zukunft bei der wirtschaftlichen Bewertung der Kühe unterstützen und Verbesserungspotentiale aufdecken soll. Spätestens Ende dieses Jahres soll die Anwendung bereits verfügbar sein. Bei der Entwicklung wurde besonders Rücksicht auf bereits vorhandene Daten (Projekt Efficient Cow) und deren Vernetzung genommen.

Forschen für die Rinderzucht

ZAR-Obmann Stefan Lindner sieht die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Rinderzuchtbetriebe nur im Rahmen von Forschungsprojekten möglich, um im internationalen Umfeld mithalten zu können. Mit dem aktuellen Projekt „FoKUHs“ verfolgen wir das Ziel, mit einer Lernstichprobe binnen fünf Jahren insgesamt 40.000 Kühe der Rassen Fleckvieh, Braunvieh und Holstein zu genotypisieren. Wir erwarten uns dadurch wesentliche Weiterentwicklungen sowie die Erhöhung der Sicherheiten in der genomischen Zuchtwertschätzung.

Agrarpolitik für die Zukunft

Der Präsident des Österreichischen Bauernbundes, DI Georg Strasser, sieht die künftige Agrarpolitik im Fokus der Stärkung der Familienbetriebe. Demnach muss die Agrarpolitik 2020+ einfacher, noch treffsicherer und nachhaltiger werden. Im Lebensmittelhandel sieht er einen wichtigen Partner für die Landwirtschaft und regte in diesem Zusammenhang an, die Konsumenten verstärkt über die bäuerliche Wirtschaftsweise zu informieren. Große Chance sehe er in der fortschreitenden Digitalisierung.

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