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Klauen-Q-Wohl

Einrichtung einer österreichweiten zentralen und standardisierten Erfassung und Auswertung von Daten zu Klauengesundheit, Lahmheit und Tierwohl.

Projektlaufzeit: Oktober 2017 - Dezember 2020

Wirtschaftliches Potential bei Klauengesundheit

Klauen- und Gliedmaßenprobleme gehören nach den Fruchtbarkeit- und Reproduktionsstörungen und Eutererkrankungen zu den häufigsten Abgangsursachen von Milchkühen. Im Kontrolljahr 2014 gingen in Österreich 7,6% der Kühe wegen Klauen- und Gliedmaßenerkrankungen ab (ZuchtData, 2015). Die Ergebnisse aus dem Projekt Efficient Cow zeigen, dass rund 20% der Kühe im Beobachtungszeitraum von einem Jahr mindestens einmal mittelgradig lahm war. Wissenschaftliche Arbeiten belegen, dass hier großes wirtschaftliches Potential für den Betrieb besteht. Nach Kofler (2015) kostet eine lahme Kuh 450 Euro pro Jahr.

Wunsch nach Verbesserung der Klauengesundheit

Aufbauend auf Ergebnissen diverser Erhebungen und Studien wie zB aus Efficient Cow, werden anhand von fünf Pilotbetrieben mit insgesamt 300 Kühen, welche 4 Mal besucht werden, Kennzahlen und Empfehlungen ausgearbeitet. Gerade die Ergebnisse aus dem Projekt Efficient Cow zeigten, dass Lahmheiten und Klauengesundheitsprobleme ein relativ häufiges Problem in den österreichischen Rinderherden darstellt. Lahmheiten und Klauenerkrankungen gehen oftmals mit Schmerzen einher und sind daher auch wesentlich für die Verbesserung des Tierwohls. Die weltweite Standardisierung der Klauenpflegebefunde wurde von der ICAR in der Arbeitsgruppe Funktionale Merkmale unter der Leitung von Dr. Christa Egger-Danner bereits durchgeführt (ICAR Claw Health Atlas; www.icar.org).

Der Anstoß für den Bedarf für Maßnahmen und Verbesserungen in diesem Bereich wurde von vielen LandwirtInnen anhand Rückmeldungen an die Organisationen, bei Besprechungen oder auch in einer Fragebogenumfrage (Steininger, 2012) immer wieder sehr deutlich zum Ausdruck gebracht.

Weiterentwicklung der Datenerhebung

In Österreich gibt es derzeit keine standardisierte sowie flächendeckende EDV-Erfassung von Daten zu Klauenpflege, Lahmheit und Tierwohl. Das EDV-Programm „Klauenmanager“ der Firma SEG dient bereits als etabliertes Programm zur Erfassung von Klauenpflegedaten. In Zusammenarbeit mit Landwirt, Klauenpfleger und Tierarzt soll im Rahmen des Projektes auf Basis des ICAR-Klauengesundheitsatlas für eine internationale Standardisierung der Erfassung von Klauenkrankheiten die Erhebung von Klauendaten wesentlich weiterentwickelt werden. Anhand dieser Ergebnisse aus der Praxis werden Auswertungen mit überbetrieblichen Benchmarks und betriebsindividuellen Empfehlungen bereitgestellt und programmiert.

Was bringt´s dem Klauenpfleger und Landwirt?

Die Verbesserung der Klauengesundheit bei Milchkühen ist untrennbar mit der Verbesserung der Tiergesundheit, des Tierwohls und der Wirtschaftlichkeit verbunden. Durch den Aufbau einer standardisierten Dokumentation und elektronischen zentralen Erfassung und Auswertung von Klauenpflegedaten, Lahmheiten wird zu einer langfristigen züchterischen Verbesserung der Klauengesundheit führen. Anhand elektronischer Hilfsmittel können mögliche Probleme frühzeitig erkannt und behandelt werden. Vor allem die mobile Datenerfassung wird für Landwirt und Klauenpfleger eine wesentliche Vereinfachung bringen. Im Rahmen des Projektes wird ein eigenes Modul für Klauengesundheit im LKV-Herdenmanager eingerichtet werden.

Praxis steht im Vordergrund

Die für das Projekt neu gegründete ARGE Klauen-Q-Wohl - Die Laufzeit beträgt insgesamt drei Jahre - besteht aus fünf Landwirten und vier Klauenpflegern. Die Projektpartner sind die ARGE österreichischer Klauenpfleger, Landwirtschaftskammer Österreich, Leistungskontrollstelle Vorarlberg, LKV Austria Qualitätsmanagement GmbH, LKV Kärnten, SEG Informationstechnik GMBH, Tiergesundheitsdient Salzburg sowie die ZAR. Seitens der Wissenschaft sind die ExpertInnen der ZuchtData, der VetMedUni Wien sowie der BOKU im Projekt verankert.

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