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Ennstaler Bergschecken

Ennstaler Bergschecken sind zierliche, leichte Rinder mit fuchsroter Grundfarbe und typisch weißen, klein gescheckten Abzeichen. Kopf, Hals, Nacken, Beine und Rumpfunterseite sind überwiegend weiß und am Übergang zum pigmentierten Bereich am Körper gesprenkelt. Die Ohren sind meist rotfarben, Hörner und Klauen gelb und das Flotzmaul hellrosa. Die Wamme ist bei dieser Rasse schwach ausgebildet.

Ennstaler Bergschecken auf der Weide

Lassacher J.

Nutzungsrichtung

Ennstaler Bergschecken zählen zu den Zweinutzungstypen und werden sowohl für die Milch- als auch für die Fleischproduktion gezüchtet und gehalten. Frühreife, gute Fruchtbarkeit, hervorragende Fleischqualität und zufriedenstellende Milchleistung lassen die Bergschecken besonders für die Mutterkuhhaltung auf extensiven Standorten als gut geeignet erscheinen.

Statistik und Verbreitung

  • Österreich: 600 Tiere
  • Rassenanteil in Österreich: 0,03%

Die Verbreitung der Ennstaler Bergschecken beschränkt sich hauptsächlich auf die Steiermark. Einzelne Bestände findet man aber auch in den anderen Bundesländern außer in  Vorarlberg sowie in Bayern.

Zahlen

Ø Milchleistung: 4.358 kg – 3,71% F – 3,21% E (305 Tage)

Ø Fleischleistung:

  Tagesgewichtzunahme (g)
  200 Tage 365 Tage
M 1.110,20 1.002,30
W 1.003,40 819,9

Kontrollbetriebe (Herden): 42

Widerristhöhe (cm, Ø): 130

Gewicht (kg, Ø): 600

Rinder in Kontrollbetrieben: 255

Herdebuchkühe: 142

Ursprung: Steiermark (A)

Historische Entwicklung

Ursprüngliche Heimat: Nordwestlicher Teil der Steiermark, insbesondere das obere Ennstal um Irdning und Schladming

Urtyp: leichtes, zierliches und ursprünglich fuchsrotes Rind

Damalige Verwendung: frühreifste Alpenrasse, frühe Zugverwendungsmöglichkeit und Gängigkeit, geringer Fleischansatz bei gut fettdurchzogenem Muskelfleisch, gute Milchanlage

Ab 18. Jhdt.: Verdrängung durch Murbodner, Blondvieh und Pinzgauer

Ende 19. Jhdt.: Planmäßige Einkreuzung von Fleckvieh durch Zukäufe aus der Schweiz und Baden und Viehüberstellungen aus Krumau, Tschechien, dadurch kam Fleckvieh auf die Bauernhöfe

1902: Gründung erster Bergscheckengenossenschaften (die Erste wurde in Oberwölz, Steiermark, gegründet), um die Reinzucht zu fördern

Verlagerung Zuchtziel in Richtung Milch, Streben nach größeren, schwereren Tieren

1921: Einkreuzung mit Fleckvieh für die Erreichung eines mittleren, gedrungenen Fleckviehschlages

Auf der Grundlage des wertvollen Bergscheckenbestandes entstand das „Steirische Alpenfleckvieh“

1928: Rasse als Bestandteil des „Bergschecken-Fleckviehzuchtverbandes“

1935: Reine Bergschecken nur noch im Ennstal

1945: Nur noch eine einzige bedeutende Zucht übrig

1950: Bereits weitgehende Verdrängung dieser Rasse durch Fleckvieh

1986: nur mehr wenige rassetypische Tiere in drei Betrieben

1996: Wieder ein Zuchtbuch vorhanden

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