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Kärntner Blondvieh

Das Kärntner Blondvieh ist ein mittelrahmiges Rind mit langem Kopf und feinem Knochenbau. Charakteristisch ist eine lange Mittelhand und eine nicht zu starke Hinterhand (kein Doppellender) die einfärbige nahezu weiße bis dunkelblonde Haarfarbe, sowie die hell dunkelblonde Haarfarbe, sowie die hell pigmentierten Schleimhäute und das einfärbig lederfarbige Flotzmaul. Die Klauen und Hörner sind wachsgelb.

Leitner

Nutzungsrichtung

Das Kärntner Blondvieh ist ein Zweinutzungsrind mit der Hauptnutzung Fleisch, Milch untergeordnet. Heute wird es vor allem als Mutterkuh geschätzt. Die wenigen Kühe, die noch unter Milchleistung stehen, zeigen mit einer Leistung von mehr als 5000 kg Milch je Laktation die weiter vorhandene Eignung zur Doppelnutzung. Die weiblichen Nachkommen werden Großteils als Zuchttiere nachgezogen, männliche Tiere, die nicht für die Zucht geeignet sind, werden meist als Einsteller oder direkt vom Bauernhof vermarktet. Die hohe Qualität und die Güte des Fleisches ist mittlerweile wieder bekannt und wird stark nachgefragt.

Statistik und Verbreitung

  • Österreich: 3.100 Tiere
  • Rassenanteil in Österreich: 0,16%

Das Kärntner Blondvieh ist mittlerweile außer in Kärnten auch in der Steiermark, Tirol und dem Burgenland vertreten. Es dürfte auch vereinzelte Schläge in Slowenien geben, diese werden aber nicht züchterisch betreut.

Zahlen

Ø Milchleistung: 5.257 kg – 4,20% F – 3,26% E (305 Tage)

Ø Fleischleistung:

  Tagesgewichtzunahme (g)
  200 Tage 365 Tage
M 1.119,20 966,4
W 1.033,80 877,3

Kontrollbetriebe (Herden): 123

Widerristhöhe (cm, Ø): 137

Gewicht (kg, Ø): 600

Rinder in Kontrollbetrieben: 2.283

Herdebuchkühe: 1.112

Ursprung: Kärnten (A), Slowenien

Historische Entwicklung

Ursprüngliche Heimat: diese Rasse wurde in Unterkärnten, vor allem in den Bezirken St. Veit an der Glan, Wolfsberg, Völkermarkt, Klagenfurt- Land, sowie in den Teilen des steirischen Bezirkes Murau rund um Neumarkt gehalten

Urtyp: man nimmt an, dass vor allem ungarische Graurinder, aber auch bajuwarische und slawische Rinder bei der Bildung beteiligt waren

Ende 18. Jhdt.: Rasche Ausbreitung und Kärnten und teilweise in der Steiermark, stellt den Übergang von den ungarischen Steppenrassen zu den Gebirgsrassen dar

1890: Einigung auf den Namen „Kärntner Blondvieh“ durch den Zentralausschuss der Kärntner Landwirtschaftsgesellschaft, Beschluss von züchterischen Maßnahmen zur Förderung dieses Viehschlages

1902: Beschluss einer Körvorschrift

1924: Beschluss eines Gesetzes betreffend die Körung und Haltung von männlichen Haustieren zur Zucht. Dieses sollte eine Verbesserung des Blondviehs durch Reinzucht unter Berücksichtigung entsprechender Zuchtwahl bewirken.

Anfang 20. Jhdt.: Versuchte Einkreuzung von Fleckvieh und Frankenvieh brachte nicht den gewünschten Erfolg

1930: Blondviehbestand nur noch 37% des Rinderbestandes in Kärnten

1938: Zusammenschluss von eigenständigen Zuchtverbänden zum „Blondviehverband Südmark“

Nach 1945: Gründung des Blondviehzuchtverbandes Kärnten-Steiermark, dadurch völlige Verschmelzung der Zuchtgebiete und beschleunigte Vereinheitlichung der Zuchtbestände

1954: damaliges Zuchtziel verlangte ein kombiniertes, einfarbig lichtes, mittelrahmiges Milch- und Mastrind, bei dem jedoch immer noch die Arbeitstüchtigkeit beachtet wurde

1980: Kärntner Blondvieh vom Aussterben bedroht

1990: Wieder leichter Aufschwung dieser Rasse

1994: Neugründung des Blondviehzuchtvereins, langsame Aufwärtsentwicklung des Bestandes

Seit 1999: Züchterische Betreuung durch Kärntnerrind ZVB (Kärntner Rinderzuchtverband) als verantwortliche Organisation. Weiterhin stetige Aufwärtsentwicklung des Kärntner Blondviehbestandes in Österreich

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