Sprachauswahl


Pustertaler Sprinzen

Die Pustertaler Sprinzen sind überwiegend weiß, wobei die Übergänge zu den rot, braun oder schwarzgefärbten Körperpartien speziell an den Flanken aussehen, als seien sie mit Farbe bespritzt worden. Von dieser speziellen Zeichnung kommt auch der Name „Sprinzen“. Die gut mittelrahmigen Tiere besitzen einen tiefen, langen Rumpf und einen kräftigen Hals.

Luca Nolli

Nutzungsrichtung

Die Pustertaler Sprinzen sind eine Doppelnutzungsrasse und eignen sich dank ihrer Muskelfülle, ihrer gesunden Beine, der guten Fruchtbarkeit und guter Zunahmen bestens zur Mutterkuhhaltung. Aufgrund harter Klauen, eines korrekten Fundaments und ihrer Robustheit eignet sich die Rasse ebenfalls für die Bewirtschaftung extremer Gebiete.

Statistik & Verbreitung

  • Weltweit: 2.500
  • Europa: 2.500
  • Österreich: 1.100 Tiere
  • Rassenanteil in Österreich: 0,07%

Diese Rasse ist im Pustertal in Südtirol und dessen Seitentälern sowie seit den 1980er Jahren in Österreich und in Deutschland verbreitet.

Zahlen

Ø Milchleistung: 3.896 kg – 3,92% F – 3,33% E (305 Tage)

Ø Fleischleistung:

  Tagesgewichtzunahme (g)
  200 Tage 365 Tage
M 1.165,60 1.028,90
W 1.010,20 855,5

Kontrollbetriebe (Herden): 121

Widerristhöhe (cm, Ø): 135

Gewicht (kg, Ø): 650

Rinder in Kontrollbetrieben: 927

Herdebuchkühe: 474

Ursprung: Südtirol (I)

Historische Entwicklung

Ursprungsgebiet: Ursprünglich waren sie im gleichnamigen Tal in Süd- und Osttirol beheimatet

Ende 19. Jhdt.: Gründung zahlreicher Viehzuchtgenossenschaften, damals waren die Pustertaler Sprinzen der schwerste Rinderschlag der Ostalpen

Ende der 1920er: Einstellen der Tätigkeit der Viehzuchtgenossenschaften

1927: Zusammenbruch der Rasse durch Ausschluss von der Körung nach einem Erlass des landwirtschaftlichen Inspektorates

1939-1945: Überleben der Rasse nur durch amtlich zugelassene Deckstiere für den privaten Gebrauch

Anfang 50er: Gründung neuer Zuchtvereine

1985: Maßnahmen zur Erhaltung dieser Rasse

1998: Erste Import aus Südtirol zur Vergrößerung der österreichischen Population, mit den Südtiroler Vertretern wurden Generhaltungsmaßnahmen eingeleitet

1999 und 2014: „Rasse des Jahres“ in Österreich

zurück