Gesundheitsmonitoring Rind - Informationstag in Freistadt
Die ZAR als Projekträger lud im Dezember 2009 hochrangige Vertreter der Partnerorganisationen aus Österreich und Deutschland sowie auch Praktiker zur bereits traditionellen „erweiterten Teamsitzung“ ein.
 V.l.: Dr. Johann Sölkner, Ministerialrat Dr. Konrad Blaas, Ministerialrat Maximilian Putz, Mag. Ulrich Herzog, Ök.-Rat Anton Wagner (Obmann ZAR) Foto: ZAR/Gahleitner |
„Von anderen lernen“ – unter diesem Motto wurde Dr. Bjorg Heringstad (Geno Breeding and A.I. Association und der Universität As) aus Norwegen eingeladen. Sie zeigte, wie seit 30 Jahren in Norwegen Diagnosedaten erfasst werden. Die konsequente Nutzung dieser Informationen in der Tierzucht sowie im Herdenmanagement konnte im Bereich der Mastitis zu einer deutlichen Reduktion der Erkrankungen führen. Projektleiterin Dr. Christa Egger-Danner informierte über den aktuellen Stand der Umsetzung und Weiterentwicklung des Gesundheitsmonitorings: „Ich hoffe, dass die Veranstaltung hier in Freistadt einen Impuls für das Projekt in dieser Region geben kann“, so Egger-Danner und dankte allen Personen, die durch ihre Mitarbeit wesentlich am Erfolg dieses Projektes beteiligt sind. Dr. Birgit Fürst-Waltl referierte über die Zuchtwertschätzung für Gesundheitsmerkmale und präsentierte die neuesten Ergebnisse aus dem Bereich Fruchtbarkeit. „Die Erblichkeiten der Gesundheitsmerkmale aus den österreichischen Diagnosedaten sind vergleichbar mit den skandinavischen Ergebnissen“, so Fürst-Waltl. Dr. Hermann Schwarzenbacher stellte die neue grafische Kurzübersicht mit den wesentlichsten Kennzahlen zur Beurteilung der Tiergesundheit am Betrieb vor: „Die bessere Lesbarkeit und schnelle Interpretierbarkeit der Gesundheitsberichte ist uns wichtig.“ DI Franz Schallerl berichtete von der Bedeutung der Bildungsoffensive LKV-Herdenmanagement und Gesundheitsmonitoring. Die Teilnahme von rund 6500 Rinderzüchtern spricht für den Bedarf dieser Bildungsoffensive.
 V.l.: Mag. Berthold Grassauer (Vizepräsident Österreichische Tierärztekammer, ÖTK), Dr. Walter Obritzhauser (ÖTK), DI Franz Schallerl, Ök.-Rat Anton Wagner Foto: ZAR/Gahleitner |
Die Bedeutung der gemeinsamen Nutzung der Daten aus der Leistungsprüfung und der Diagnosen erläuterten Dr. Walter Obritzhauser (Österreichische Tierärztekammer, ÖTK) und Mag. Berthold Grassauer (Vizepräsident ÖTK). Synergien sollten genutzt werden, damit der Tiergesundheitsdienst (TGD) zum Nutzen der Landwirte verbessert wird.
Mag. Ulrich Herzog (Chefveterinär) stellte die Tiergesundheitsstrategie in Europa vor. Er wies auf die Bedeutung der Vernetzung und gemeinsamen Nutzung von bestehenden Systemen hin. „Grenzüberschreitende Initiativen bzw. Projekte in der Forschung sind zu fördern. In einem europäischen und globalen Markt brauchen wir gemeinsame Lösungen und Strategien für Österreich, die einer objektiven Bewertung standhalten, an Stelle von föderalen Nischenprogrammen!“ so Herzog. Auf die große Bedeutung der Erfassung von Diagnosedaten verwies Prof. Johann Sölkner: „Der Wert von solchen Informationen für die Zukunft kann nicht hoch genug geschätzt werden. Die Vision ist ein neuer Gesamtzuchtwert mit starkem Gewicht für Fitness und Gesundheit. Mit der genomischen Selektion hat die Rinderzucht eine sehr scharfe Waffe in der Hand.“
Ministerialrat Maximilian Putz gratulierte zum Erfolg des Projektes und sprach seine Anerkennung aus.
 V.l.: Moderator Mag. Franz Sturmlechner (Geschäftsführer ZAR) und Projektleiterin Dr. Christa Egger-Danner (ZuchtData). Foto: ZAR/Gahleitner |
Ministerialrat Dr. Konrad Blaas: „Die Beispiele aus Skandinavien zeigen bereits die positiven Auswirkungen. Für das zukünftige Image der Rinderhaltung wird das Wohlbefinden und auch die Tiergesundheit der Tiere eine immer größere Rolle spielen. Ein TGD-Programm Gesundheitsmonitoring ist ein erster und wichtiger Schritt.“ ZAR-Obmann Anton Wagner wies auf die großen Entwicklungen in den letzten Jahren hin und lobte die sehr gute Gesprächsplattform zwischen Landwirten und Tierärzten: „Die Vision ist Norwegen mit einer Beteiligung von 95% der Kontrollbetriebe, 95% der Zuchtbetriebe und 95% bei der kontrollierten Tiergesundheit.“
Die Veranstaltung wurde in gewohnt professioneller Weise von ZAR-Geschäftsführer Mag. Franz Sturmlechner moderiert.