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Internationaler Tag der Rinderzucht

Experten diskutieren über internationale Trends

Rund 200 Gäste aus Serbien, Kroatien, Italien, Ukraine, Polen, Tschechien, China, Albanien und natürlich aus Österreich waren der Einladung gefolgt. Foto: ZAR/Kalcher
Am 2. September fand im Rahmen der Welser Messe AGRARIA 2010 der „Internationale Tag der Rinderzucht“ statt. Seitens der RINDERZUCHT AUSTRIA wurde für diese Tagung ein hochkarätiges Programm zusammengestellt. Rund 200 Teilnehmer, darunter zahlreiche Gäste und internationale Delegationen aus Serbien, Kroatien, Italien, Ukraine, Polen, Tschechien, China sowie aus Albanien mit dem amtierenden Landwirtschaftsminister Dr. Genc Ruli und aus der Türkei unter der Begleitung von Chefveterinär Mag. Ulrich Herzog, kamen nach Wels, um internationales Fachwissen auszutauschen und Pläne für zukünftige Kooperationen zu schmieden. Die Gäste aus Russland kamen vorwiegend aus den Regionen Krasnodar, Sibirien, Lipetzk, Voronesh, und Moskau. Die Moderation dieser hochkarätigen internationalen Fachveranstaltung übernahm Mag. Hermine Hackl, Pressesprecherin der Agrarmarkt Austria.


Dr. Jan Phillipson, Institut für Tierzucht und Genetik, referierte über  Foto: ZAR/Kalcher
Zukunftsantworten für die Rinderzucht

Dr. Jan Philipsson, Professor für Tierzucht und Genetik in Uppsala, Schweden, referierte über die aktuellen internationalen Trends in der Rinderzucht. Mit dem Einzug der genomischen Selektion in der Zucht, das heißt die Nutzung von Informationen direkt aus den Genen, ist diese Entwicklung die größte Veränderung in der Zucht seit der breiten Anwendung der künstlichen Besamung. Die Rinderzucht selbst rückt weltweit immer näher zusammen. Es entstehen internationale Kooperationen, um einerseits Kosten zu sparen und andererseits diesen Entwicklungsprozess schneller voranzutreiben. Denn je größer die Populationen, desto bessere Ergebnisse können erzielt werden.



ZAR-Obmann Ök.-Rat Anton Wagner referierte über die österreichische Rinderzucht aus dem Blickwinkel eines praktizierenden Bauern und Funktionärs.  Foto: ZAR/Kalcher
Masterplan für europäische Agrarpolitik

Die Rinderzucht aus dem Blickwinkel eines praktizierenden Bauern und Funktionärs erläuterte ZAR-Obmann Ök.-Rat Anton Wagner. Wagner, selbst Braunviehzüchter in Sonntagberg, Niederösterreich und aktiver Funktionär in sämtlichen Organisationen, erläuterte die Notwendigkeiten zur Existenzsicherung der heimischen Rinderzüchter in einem globalisierten Markt. „Die Rinderzucht nimmt nicht nur in Österreich einen zentralen Stellenwert in der gesamten Landwirtschaft ein, sondern im gesamten EU-Raum. Sorge bereiten mir die aktuellen Einkommenseinbrüche meiner Berufskollegen von insgesamt 28 Prozent im Jahr 2009. Ich glaube, nicht nur für die österreichische Rinderzucht sprechen zu können, wenn ich betone, dass die bäuerlichen Betriebe zur Bewältigung ihrer schwierigen wirtschaftlichen Situation funktionierende, effiziente und an den praktischen Problemen orientierte Organisationen vor Ort benötigen. Was wir brauchen ist ein „Masterplan“ für die europäische Agrarpolitik, die in den Mittelpunkt Entwicklungsperspektiven der bäuerlichen Betriebe als Herzstück des ländlichen Raumes stellt“, so Wagner.


Bundesminister Niki Berlakovich lobte die Züchter für ihre hervorragende Arbeit. Foto: ZAR/Kalcher
Prominente Referenten

Die Ausführungen prominenter Politiker bereicherten den diesjährigen „Internationalen Tag der Rinderzucht“ in Wels. Bundesminister Niki Berlakovich lobte die österreichische Rinderzucht als zentralen Grundstein der gesamten Rinderwirtschaft und im Besonderen die Züchter für ihre hervorragende Arbeit. Er betonte in diesem Zusammenhang, dass es notwendig sei, die offensive Diskussion, welche die ZAR unter anderem mit dem Fünf-Punkteprogramm gestartet hat, in dieser Form weiter zu führen. Unsere landwirtschaftlichen Betriebe müssen sich auch zukünftig am Markt behaupten können. Die Übergabe der  AMA-Hoftafeln erfolgte persönlich durch den Bundesminister an insgesamt zwei landwirtschaftliche Top-AMA-Gütesiegelbetriebe. 
Der bayrische Staatsminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Helmut Brunner, nahm in seinem nachbarschaftlichen Grußworten Bezug auf die aktuelle agrarpolitische Situation in Bayern. Die Agrarpolitik selbst sieht er auch als Politik für die gesamte Gesellschaft und nicht nur auf den Agrarbereich alleine beschränkt. Er lobte die gute Zusammenarbeit zwischen Österreich und Bayern vor allem im Tierzuchtbereich und die Vorreiterrolle Österreichs beim Gesundheitsmonitoring.  
 

Mag. Elisabeth Köstinger, ÖVP-Abgeordnete im Europäischen Parlament, stellte die Perspektiven für die europäische Rinderzucht dar. Foto: ZAR/Kalcher
Mag. Elisabeth Köstinger, Abgeordnete im Europäischen Parlament und Vizepräsidentin des österreichischen Bauernbundes, stellte in den Mittelpunkt ihrer Ausführungen die Perspektiven für die europäische Rinderzucht dar und nahm zu den aktuellen Entwicklungen der Gemeinsamen Agrarpolitik Stellung. Kooperationen in der Landwirtschaft seien der Schlüssel für ein Bestehen der kleinstrukturierten Landwirtschaft im internationalen Umfeld. Köstinger sprach sich klar für die Förderung von Junglandwirten und dafür aus, dass die Rinderzucht auf europäischer Ebene auch weiterhin in bäuerlicher Hand bleiben muss. Eine der größten Herausforderungen der EU wird der Kampf ums Budget, in dem Gründland- und Berggebiete sowie die tierische Veredelung für eine flächendeckende Landwirtschaft eine besondere Berücksichtigung finden muss.
 

Die türkische Delegation im Vorführring des Rinderzuchtverbandes Oberösterreich, unter der Begleitung von Mag. Ulrich Herzog, Dr. Elfriede Österreicher Foto: ZAR/Kalcher
Mit großer Anerkennung der Fachteilnehmer wurde die hervorragende Zuchttierpräsentation des Rinderzuchtverbandes Oberösterreich im Anschluss an den Fachtag abgehalten. Die besten Tiere der Rassen Fleckvieh, Braunvieh, Holstein, Grauvieh, Murbodner des Zuchtgebietes des  Rinderzuchtverbandes Oberösterreich wurden zur Schau gestellt. Die präsentierten Zuchtrinder beeindruckten die Teilnehmer hinsichtlich Qualität und Exterieur. 

 
 
 
 

Dr. Ludwig Scharinger verkündete den erfolgreichen Abschluss eines Liefervertrages österreichischer Zuchtkalbinnen nach Russland. Foto: ZAR/Kalcher
Einen würdigen Ausklang fand diese Fachtagung im Abendempfang unter der Einladung der Raiffeisen Landesbank Oberösterreich. Dr. Ludwig Scharinger, selbst aufgewachsen auf einem Rinderzuchtbetrieb wie er betonte, würdigte in seinen Grußworten die Arbeit der Rinderzüchter und verkündete zeitgleich den erfolgreichen Abschluss eines Liefervertrages österreichischer Zuchtkalbinnen nach Russland.
 
Fotos stehen als Download unter http://bilder.zar.at zur Verfügung. 

 

 


 
 
Präsentation: Die Rinderzucht aus dem Blickwinkel eines praktizierenden Bauern und Funktionärs, ZAR-Obmann Anton Wagner.Präsentation: Die Rinderzucht aus dem Blickwinkel eines praktizierenden Bauern und Funktionärs, ZAR-Obmann Anton Wagner. (Deutsch)
 
Austrian cattle breeding from the view of a farmer and chairman of the Austrian cattle breeding organization.Austrian cattle breeding from the view of a farmer and chairman of the Austrian cattle breeding organization.

Bildbericht Internationaler Tag der RinderzuchtBildbericht Internationaler Tag der Rinderzucht

 
  
 



 




 
V.l.: Dr. Josef Stockinger (Agrarlandesrat OÖ), Helmut Brunner (Bayerischer Minister für Landwirtschaft), Bundesminister Niki Berlakovich, Ök.-Rat Anton Wagner Foto: ZAR/Kalcher
 
 
Dr. Stephan Mikinovic übergab gemeinsam mit Bundesminister Niki Berlakovich die Auszeichnung an die AMA-Gütesiegelbetriebe. Foto: ZAR/Kalcher
 
 
Übergabe der AMA-Hoftafeln an den Betrieb Josef Rathgeber.  Foto: ZAR/Kalcher
 
 
Übergabe der AMA-Hoftafeln an ausgezeichnete AMA-Gütesiegelbetriebe, an Martin und Michaela Keplinger aus St. Agatha, Oberösterreich.  Foto: ZAR/Kalcher
 
 
Mag. Franz Sturmlechner (GF-ZAR) resümierte am am Ende des Veranstaltungstages. Foto: ZAR/Kalcher
 
 
Die Moderation dieser hochkarätigen internationalen Fachveranstaltung, Mag. Hermine Hackl, Pressesprecherin der Agrarmarkt Austria. Foto: ZAR/Kalcher
 
 
Mit großer Anerkennung der Fachteilnehmer wurde die hervorragende Zuchttierpräsentation des RZO abgehalten. Foto: ZAR/Kalcher
 
 
V.l.: Nationalrat Jakob Auer, Dr. Ludwig Scharinger, Ök.-Rat Anton Wagner, Mag. Franz Sturmlechner führten Gespräche mit internationalen Kooperationspartnern. Foto: ZAR/Kalcher
 
 
Ök.-Rat Anton Wagner bedankte sich bei allen Partnern, Mitarbeitern und Unterstützern der österreichischen Rinderzucht. Foto: ZAR/Kalcher
 
 
Rund 130 Teilnehmer folgten auf Einladung der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich zur Abendveranstaltung.  Foto: ZAR/Kalcher
 
 
Mag. Hermine Hackl moderierte auch die Abendveranstaltung. Foto: ZAR-Kalcher
 
  
 
 

Welser Messe 2010 - Oberösterreichische Zuchtrinderschau Foto: ZAR/Kalcher
Oberösterreichische Zuchtrinderschau

 
Am Mittwoch, den 1. September 2010 wurde die diesjährige OÖ Zuchtrinderschau im Rahmen der AGRARIA in Wels mit einem bunten Schaubild aller ausgestellten Rassen eröffnet. Am Fleckviehtag erreichte der Stier Sheriff (V: Streller) den Gesamtsieg bei den Stieren. Er wird von der Familie Kimberger aus St. Ulrich/Steyr gehalten und betreut. An die Spitze der Jungkühe reihte Preisrichter Ing. Sebastian Auernig die Kuh ADELE (V: Vodach) vom Betrieb Heidemarie und Martin Günzinger aus St. Georgen/Obernberg (FIH). Den Gesamtsieg bei den Kühen entschied die Kuh TORETTA (V: Romel) von Simon und Christine Sigl aus St. Radegund (FIH) für sich. Auch die Nachzuchten von Romario und Western begeisterten das Fachpublikum.
Jungzüchter-Hindernisparcours
Der „Tag der Jungzüchter“ sorgte für Abwechslung im hochkarätigen Schauprogramm. Die österreichischen Jungzüchter zeigten sich wieder einmal von ihrer kreativen Seite. Gefragt waren Geschick, Talent, Schnelligkeit, Begeisterung, aber vor allem Mut. 15 Teams aus Bayern und Österreich  stellten sich dem Hindernisparcours, darunter auch die beiden Obmänner Leopold Pargfrieder (RZO) und Anton Wagner (ZAR).
100 Jahre OÖ Braunviehzucht

Welser Messe 2010 - Oberösterreichische Zuchtrinderschau Foto: ZAR/Kalcher
Der Samstag stand im Zeichen der Braunvieh- und Holsteinzucht. Als besonderer Höhepunkt wurden „100 Jahre Braunviehzucht in Oberösterreich“ gefeiert. Im Anschluss an den Festakt kürte Preisrichter Daniel Gasser die Pat-Tochter FIONA von Ferdinand Stockreiter aus Spital/Pyhrn zum Junior-Champion, über den Titel Senior-Champion durfte sich der Betrieb Pöll aus Laakirchen für seine Payoff-Tochtera LINDA freuen. Bei den Holsteins stellte Preisrichter Franz Innerhofer die Roy-Tochter AMELIE an die Spitze der Junior-Champions, Senior-Champion wurde die Kuh FANNI (V: Spirit), beide Kühe stammen vom Betrieb der Familie Großpötzl aus Sigharting. Der Sonntag fand seinen Ausklang im OÖ Bambini-Cup und der Kälberrallye, als Preisrichter fungierte der erst 18-jährige Jungzüchterprofi Christian Seber aus Salzburg. Nähere Infos unter www.rzo.at
 


 

27.09.2010