Internationaler Tag der Rinderzucht
Experten diskutieren über internationale Trends
![]() Rund 200 Gäste aus Serbien, Kroatien, Italien, Ukraine, Polen, Tschechien, China, Albanien und natürlich aus Österreich waren der Einladung gefolgt. Foto: ZAR/Kalcher |
![]() Dr. Jan Phillipson, Institut für Tierzucht und Genetik, referierte über Foto: ZAR/Kalcher |
Dr. Jan Philipsson, Professor für Tierzucht und Genetik in Uppsala, Schweden, referierte über die aktuellen internationalen Trends in der Rinderzucht. Mit dem Einzug der genomischen Selektion in der Zucht, das heißt die Nutzung von Informationen direkt aus den Genen, ist diese Entwicklung die größte Veränderung in der Zucht seit der breiten Anwendung der künstlichen Besamung. Die Rinderzucht selbst rückt weltweit immer näher zusammen. Es entstehen internationale Kooperationen, um einerseits Kosten zu sparen und andererseits diesen Entwicklungsprozess schneller voranzutreiben. Denn je größer die Populationen, desto bessere Ergebnisse können erzielt werden.
![]() ZAR-Obmann Ök.-Rat Anton Wagner referierte über die österreichische Rinderzucht aus dem Blickwinkel eines praktizierenden Bauern und Funktionärs. Foto: ZAR/Kalcher |
Die Rinderzucht aus dem Blickwinkel eines praktizierenden Bauern und Funktionärs erläuterte ZAR-Obmann Ök.-Rat Anton Wagner. Wagner, selbst Braunviehzüchter in Sonntagberg, Niederösterreich und aktiver Funktionär in sämtlichen Organisationen, erläuterte die Notwendigkeiten zur Existenzsicherung der heimischen Rinderzüchter in einem globalisierten Markt. „Die Rinderzucht nimmt nicht nur in Österreich einen zentralen Stellenwert in der gesamten Landwirtschaft ein, sondern im gesamten EU-Raum. Sorge bereiten mir die aktuellen Einkommenseinbrüche meiner Berufskollegen von insgesamt 28 Prozent im Jahr 2009. Ich glaube, nicht nur für die österreichische Rinderzucht sprechen zu können, wenn ich betone, dass die bäuerlichen Betriebe zur Bewältigung ihrer schwierigen wirtschaftlichen Situation funktionierende, effiziente und an den praktischen Problemen orientierte Organisationen vor Ort benötigen. Was wir brauchen ist ein „Masterplan“ für die europäische Agrarpolitik, die in den Mittelpunkt Entwicklungsperspektiven der bäuerlichen Betriebe als Herzstück des ländlichen Raumes stellt“, so Wagner.
![]() Bundesminister Niki Berlakovich lobte die Züchter für ihre hervorragende Arbeit. Foto: ZAR/Kalcher |
Die Ausführungen prominenter Politiker bereicherten den diesjährigen „Internationalen Tag der Rinderzucht“ in Wels. Bundesminister Niki Berlakovich lobte die österreichische Rinderzucht als zentralen Grundstein der gesamten Rinderwirtschaft und im Besonderen die Züchter für ihre hervorragende Arbeit. Er betonte in diesem Zusammenhang, dass es notwendig sei, die offensive Diskussion, welche die ZAR unter anderem mit dem Fünf-Punkteprogramm gestartet hat, in dieser Form weiter zu führen. Unsere landwirtschaftlichen Betriebe müssen sich auch zukünftig am Markt behaupten können. Die Übergabe der AMA-Hoftafeln erfolgte persönlich durch den Bundesminister an insgesamt zwei landwirtschaftliche Top-AMA-Gütesiegelbetriebe.
Der bayrische Staatsminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Helmut Brunner, nahm in seinem nachbarschaftlichen Grußworten Bezug auf die aktuelle agrarpolitische Situation in Bayern. Die Agrarpolitik selbst sieht er auch als Politik für die gesamte Gesellschaft und nicht nur auf den Agrarbereich alleine beschränkt. Er lobte die gute Zusammenarbeit zwischen Österreich und Bayern vor allem im Tierzuchtbereich und die Vorreiterrolle Österreichs beim Gesundheitsmonitoring.
![]() Mag. Elisabeth Köstinger, ÖVP-Abgeordnete im Europäischen Parlament, stellte die Perspektiven für die europäische Rinderzucht dar. Foto: ZAR/Kalcher |
![]() Die türkische Delegation im Vorführring des Rinderzuchtverbandes Oberösterreich, unter der Begleitung von Mag. Ulrich Herzog, Dr. Elfriede Österreicher Foto: ZAR/Kalcher |
![]() Dr. Ludwig Scharinger verkündete den erfolgreichen Abschluss eines Liefervertrages österreichischer Zuchtkalbinnen nach Russland. Foto: ZAR/Kalcher |
Fotos stehen als Download unter http://bilder.zar.at zur Verfügung.
![]() Welser Messe 2010 - Oberösterreichische Zuchtrinderschau Foto: ZAR/Kalcher |
Am Mittwoch, den 1. September 2010 wurde die diesjährige OÖ Zuchtrinderschau im Rahmen der AGRARIA in Wels mit einem bunten Schaubild aller ausgestellten Rassen eröffnet. Am Fleckviehtag erreichte der Stier Sheriff (V: Streller) den Gesamtsieg bei den Stieren. Er wird von der Familie Kimberger aus St. Ulrich/Steyr gehalten und betreut. An die Spitze der Jungkühe reihte Preisrichter Ing. Sebastian Auernig die Kuh ADELE (V: Vodach) vom Betrieb Heidemarie und Martin Günzinger aus St. Georgen/Obernberg (FIH). Den Gesamtsieg bei den Kühen entschied die Kuh TORETTA (V: Romel) von Simon und Christine Sigl aus St. Radegund (FIH) für sich. Auch die Nachzuchten von Romario und Western begeisterten das Fachpublikum.
Jungzüchter-Hindernisparcours
Der „Tag der Jungzüchter“ sorgte für Abwechslung im hochkarätigen Schauprogramm. Die österreichischen Jungzüchter zeigten sich wieder einmal von ihrer kreativen Seite. Gefragt waren Geschick, Talent, Schnelligkeit, Begeisterung, aber vor allem Mut. 15 Teams aus Bayern und Österreich stellten sich dem Hindernisparcours, darunter auch die beiden Obmänner Leopold Pargfrieder (RZO) und Anton Wagner (ZAR).
100 Jahre OÖ Braunviehzucht
![]() Welser Messe 2010 - Oberösterreichische Zuchtrinderschau Foto: ZAR/Kalcher |
27.09.2010


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