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Rinderzüchter über Mittelkürzung bestürzt

2 Mio. € zusätzlich sollen jährlich in der Rinderwirtschaft - im Speziellen der Milchwirtschaft - eingespart werden.


Bei der Leistungsprüfung durch den Kontrollassistenten Foto: ZAR/Kalcher
Am 24. Oktober wurden die Vertreter der ZAR und der österreichischen Landeskontrollverbände informiert, dass der im Dezember 2010 für vier Jahre ausverhandelte Tierzuchtpakt mit den Tierzuchtdachorganisationen bereits nach 10 Monaten wieder aufgeschnürt wird.

So sollen die bereits degressiv ausverhandelten Tierzuchtförderungen der Landeskontrollverbände jährlich um 1 Mio. € Bundesmittelanteil zusätzlich gekürzt werden. Mit den anteiligen Landesmitteln wären dies 1,66 Mio. €. Während einige Länderregierungen beabsichtigen die Kürzung auf Bundesebene vorerst mit Landesmitteln kompensieren zu wollen, halten sich andere wiederum streng an die 60:40 Finanzierungsvereinbarung und kürzen aliquot. Die jetzt schon stark unterschiedliche Entwicklungsgeschwindigkeit der LKV‘s wird damit noch weiter auseinanderklaffen und der bisher so erfolgreiche gemeinsame österreichische Weg der Rinderzucht kommt zusehends unter Druck.

Qualitätssicherung über QS-Milch hat für Fördergeber künftig Priorität
Etwas anders sieht man im Lebensministerium das neue Qualitätsprogramm QS-Milch. Obwohl auch hier die budgetierten Mittel um eine Million jährlich unter den ursprünglichen Planwerten liegen, gibt es das deutliche Signal notfalls noch nachzubessern. So soll jeder Bauer der bei dem freiwilligen Programm mitmachen will auch die Möglichkeit und die entsprechende Förderung dafür erhalten.

Der Bund begründet die geplanten Kürzungen mit der Wirtschaftskrise und mit den zusätzlichen Mitteln, die für das Programm QS-Milch erforderlich wurden.

Am Stubenring legt man Wert auf die Feststellung, dass die geplante Kürzung von allen Bundesländern mitbeschlossen wurde und somit kein Alleingang des Lebensministeriums sei. Für den Bund selbst ergibt sich aus der genannten Kürzung ein Null-Summen-Spiel. Die Einsparungen in der nationalen Tierzuchtförderung werden sozusagen in der Ländlichen Entwicklung – QS-Milch - eingesetzt und mit EU-Mitteln verdoppelt. Der Haken an der Sache ist jedoch, dass die Mittel für das QS-Milch eine Bauernförderung ist und den Organisationen somit fehlen. Außerdem ist es ungewöhnlich, um nicht zu sagen fahrlässig, zwei Monate vor Ende des Bilanzjahres zugesagte und budgetierte Gelder einseitig zu streichen. Für die LKV‘s ist die geplante Vorgangsweise weder nachvollziehbar noch akzeptabel.

Letztendlich geht jede Kürzung zu Lasten der Milchbauern.
Das bereits jetzt stark unterschiedliche Faktoreinkommen zwischen Milchviehsektor und Marktfruchtbereich wird somit noch stärker auseinanderklaffen. Aus Sicht der Milchbauern jedenfalls das falsche Signal zur falschen Zeit.

07.11.2011