Die Berglandhalle wurde offiziell eröffnet
3500 Gäste bei der Eröffnung der Berglandhalle überrannten das neue Rinderzuchtzentrum
Interviewrunde mit LR Dr. Pernkopf und LH Dr. Erwin Pröll. Foto: NÖ-Genetik |
Zur Einweihung wurde eine Festmesse von Dechant Dammerer zelebriert, der als gutbekannter Prediger auch zu Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit der Natur aufgerufen hat.
Nach einer dem Anlass entsprechenden langen Grußliste stellte der Obmann des Nö Genetik Rinderzuchtverbandes, ÖKR Karl Grundböck, den Werdegang des neuen Standortes vor. Besonders betonte er die Bedeutung der guten Zusammenarbeit mit dem Land Niederösterreich und das Einverständnis mit LH Dr. Erwin Pröll, dessen Zustimmung zu den Plänen des Rinderzuchtverbandes die Voraussetzung für deren Realisierung war. In der Folge wurden die Entscheidungen von den Funktionären einstimmig gefasst und geschlossen mitgetragen. Für die Finanzierung des Baues war auch die Aufstockung der Geschäftsanteile umzusetzen. So kann heute klar gesagt werden, dass die neue Halle ausschließlich den niederösterreichischen Züchtern gehört.
Unter der Moderation von Fr. Birgit Perl, konnten Baumeister Ing. Pöchhacker, Ing. Danner (Büro AH+P) und Geschäftsführer Dr. Führer zum Bau Stellung nehmen. Besonders erwähnenswert war der sehr enge Terminplan, die schwierigen Bodenverhältnisse und die nicht alltäglichen Anforderungen an die Funktion des Gebäudes.
In der Arena, den Stallungen und auch im Bürotrakt wurden sehr viele Holzkonstruktionen verwendet, was dem Gebäude und auch den Stallungen ein ausgesprochen angenehmes Aussehen verleiht. Die Energie- und Wasserversorgung wurde besonders umweltbewusst gehandhabt, mit einer zentralen Hackschnitzelheizung und 30 m² Solarzellen zur Energieversorgung und mit einer Regenwasserspeicherung zur Bereitstellung des Brauchwassers zur Gebäude- und Tierreinigung.
Die Vertretung der Politik, mit NR Ing. Schultes und LR Dr. Stephan Pernkopf, betonten die Konkurrenzfähigkeit der NÖ. Rinderzucht und die Notwendigkeit für stabile Rahmenbedingungen in der europaweiten Agrarpolitik. Da die Fa. Genostar Rinderbesamung GmbH auch im Mitbesitz der steierischen Landwirtschaft ist, kam auch Vizepräsident Hans Resch zu Wort, der die bundesländerweite Zusammenarbeit aller österreichischen Rinderzüchter forderte. Den Höhepunkt des Tages bildeten die Stellungnahmen von LH Dr. Erwin Pröll im Rahmen der offiziellen Eröffnung der Anlage, wo er die Familienbetriebe in der Landwirtschaft als Fundament in der Landwirtschaftsstruktur darstellte, die Qualität der Nö. Rinderzucht besonders hervorhob, und auch die Produktion von heimischen Lebensmittel als Grundstein eines erfolgreichen Tourismus hervorhob. In der überfüllten Berglandhalle überzeugten sich die Besucher während des Festaktes von der politischen Unterstützung des Landeshauptmanns für die Nö. Rinderzüchter.
Die Umrahmung des Festaktes übernahmen die Musikkapelle Petzenkirchen – Bergland und als Gäste, die Tiroler Fleckviehmusik. 180 Jungzüchter zwischen 3 – 27 Jahren, in blau-gelbenT-Shirts demonstrierten die Begeisterung, die mit der Beschäftigung mit Rindern möglich ist.
Nahtlos ging die Veranstaltung in den Jungzüchterwettbewerb über, wo sich 180 Jungzüchter einen Wettkampf lieferten. Es ging um die beste Vorführung und das beste Tier. Die Zuschauer mussten bis 18:00 Uhr ausharren, bis die Sieger feststanden. Diese waren die 12-jährige Anna Ratzberger aus St. Peter/Au (Gesamtvorführsiegerin Jung) und der 17-jährige Wippl Lukas, aus Wieselburg (Gesamtvorführsiegerin Alt).
Die am Nachmittag anwesenden 3.500 Gäste und Zuschauer konnten sich bei den Darbietungen der Tiroler Fleckviehmusik bestens unterhalten, sodass die neue Berglandhalle mit einem würdigen Fest in bester Stimmung eröffnet werden konnte.
Das neue Zentrum ersetzt die Versteigerungsanlage in Amstetten (Zuchtvieh- und Nutzkälbermärkte) und die Nutzkälbermärkte in St. Pölten und bringt die Büroeinheiten von Nö. Genetik und Genostar und das wichtige Samendepot an einem Standort zusammen. Es bietet Arbeitsplätze für 20-25 Mitarbeiter. Die Kapazitäten für die Tiere umfassen 800 Stk. Kälber bei den Kälbermärkten und 470 Stk. Großvieh bei den Zuchtviehversteigerungen, zusätzlich können im Exportstall ca. 120 Stück Kalbinnen untergebracht werden, sodass im Vollbetrieb in 1-2 Tagen über 1.000 Stk. Rinder vermarktet werden können. Das Projekt stellt einen Meilenstein für die Rinderzucht in Niederösterreich und deren zukünftige Ausrichtungen dar.
Bericht: Dr. Friedrich Führer und DI Karl Zottl
30.11.2011


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