Jahresrückblick 2011 der ZAR
Die Arbeitsbilanz der ZAR war 2011 überaus zufriedenstellend.
Neue Projekte für die Rinderwirtschaft stehen in den Startlöchern Foto: ZAR/Kalcher |
„Was aus dem Lande wird, bestimmt der Landwirt“, war das Motto der neuen ZAR-Informationsbroschüre „Rinderreiches Österreich“, die auf der Grundlage einer Studie der Österreichischen Hagelversicherung erstellt wurde und die Bedeutung der Kulturlandschaft sowie die damit verbundene Sicherung von Arbeitsplätzen untermauert. Mit dieser Broschüre ist es jedenfalls gelungen, die volkswirtschaftliche Bedeutung der Rinderwirtschaft in Österreich klar und deutlich aufzeigen und der Grünlandbewirtschaftung das nötige Gewicht in der agrarpolitischen Diskussion zu verleihen.
„Die ZAR als Dachorganisation und Anwalt von rund 24.000 Rinderzüchtern erwartet für das Jahr 2012 entsprechend dem Fünf-Punkte-Programm weiter die aktive Unterstützung des Landwirtschaftsressorts, der Landesregierungen und Landwirtschaftskammern sowie der politischen Interessensvertretung“, betonte der ZAR-Obmann weiter und verwies darauf, „dass mit der Arbeit in den Rinder haltenden Betrieben ganz entscheidend die weitere Bewirtschaftung der Grünlandflächen im Ausmaß von 1,7 Mio. Hektar, der 8.667 Almen und die Pflege der Kulturlandschaft in den Bergregionen sowie benachteiligten Gebieten als unverzichtbare Voraussetzung für die Tourismuswirtschaft verbunden ist.“
Zuchtrinderexporte auf Rekordhöhe
Die zufriedenstellende Exportentwicklung im abgelaufenen Jahr ist darauf zurückzuführen, dass die heimische Rinderwirtschaft insgesamt und der Zuchtrindersektor im Besonderen im Jahre 2011 keinen einzigen Fall von Blauzungenkrankheit zu beklagen hatte. Dies war vor allem entscheidend für die ausgezeichnete Exportentwicklung in die Türkei. Anhand der Zahlen aus dem 1. Halbjahr 2011 ist dieses Land mittlerweile mit mehr als 63 Prozent Anteil an den Zuchtrinderausfuhren bzw. 12.400 Zuchttieren der aktuell bedeutendste Markt für den heimischen Zuchtrinderabsatz.
Bildungsprojekte für Rinderzüchter sind wichtig
„Bildung sichert Wissensvorsprung, ist eine Investition in die Zukunft und sorgt für Nachhaltigkeit“, so ZAR-GF Mag. Franz Sturmlechner und teilt mit, dass sich „die ZAR als zweites Unternehmen Österreichs die Zertifizierung als Lerndienstleister nach der internationalen ISO-Norm 29990 umgesetzt hat.“ Auf einer international anerkannten Rechtsgrundlage können so der Züchterjugend, den Funktionären und Rinderzüchtern sowie den Mitarbeitern der Verbände maßgeschneiderte Fortbildungsmaßnahmen angeboten werden. Mit dem LKV-Herdenmanagement einschließlich Gesundheitsmonitoring wurden bei 488 Veranstaltungen 9.122 Teilnehmer informiert und geschult.“ Die Bildungsoffensive Rinderzucht hat zum Ziel, die Züchter für die Umsetzung eines modernen Anpaarungsprogrammes bei ihren Rinderherden zu motivieren. Spezielle Weiterbildungsmodule werden auch in Zukunft für die Funktionäre und Meinungsbildner der Rinderwirtschaft angeboten. Mit 1.400 Seminarteilnahmen und über 120 Absolventen hat das Ausbildungsprogramm des Jungzüchterprofis die Erwartungen bei weitem übertroffen.
Forschung als Basis für Konkurrenzfähigkeit
Die rasante Weiterentwicklung innerhalb der Rinderzucht war für die ZAR Anlass, noch stärker in den Forschungsbereich zu investieren. Das im Jahr 2006 gestartete Projekt Gesundheitsmonitoring Rind hat sich erfolgreich etabliert. Die Teilnahme von ca. 18.000 Betrieben und die Unterstützung der örtlichen Tierärzte haben es ermöglicht, dass ausreichend Diagnosedaten erfasst werden konnten, um eine Zuchtwertschätzung für Gesundheitsmerkmale zu entwickeln.
Der Klimaschutz wird künftig auch die Landwirtschaft beeinflussen und verändern. Der Agrarbereich ist Betroffener und zugleich Verursacher von Emissionen. Der Rinderwirtschaft werden 75% am agrarischen Schadgasausstoss angerechnet. Während die größten Potentiale im Tier- und Wirtschaftsdüngermanagement liegen, gilt es, auch die züchterischen Möglichkeiten zu erheben und die Zuchtprogramme entsprechend zu justieren. Ein Projekt der Rinderzucht mit dem Arbeitstitel „Produktionseffizienz beim Rind“ wird bereits aufbereitet.
In Zusammenarbeit mit der Vetmeduni-Wien wird aktuell der Antrag für das sogenannte K-Projekt (Kompetenz und Exzellenz) ausgearbeitet. In enger Kooperation mit Wirtschaftspartnern aus der Milchverarbeitung, der Fütterung und der Tiermedizin soll die Qualitätssicherung entlang der Lebensmittelkette weiter verbessert und entwickelt werden. Hauptziel der Rinderzucht als Projektpartner bildet die Integration der zahlreichen bereits bestehenden Qualitätsanforderungen in der Milchproduktion in eine betriebsindividuelle Tiergesundheitsstrategie, die den Züchter besser im Management unterstützen und die Kontrollanforderungen zusammenfassen soll.
Positionierung der Rinderzucht in der Gemeinsamen Agrarpolitik GAP
„Die ZAR hat sich am Diskussionsprozess über die Weiterentwicklung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) auf der Grundlage der EU-Legislativ-vorschläge konstruktiv beteiligt und dabei auch die Forderungen der Jungzüchterorganisation (ÖJV) nach verlässlichen Rahmenbedingungen und Perspektiven für zukünftige Hofübernehmerinnen und Hofübernehmer berücksichtigt. Der Masterplan zur Weiterentwicklung der Rinderwirtschaft als Herzstück der heimischen Kulturlandschaft im ländlichen Raum und für eine nachhaltige Verankerung in der GAP wird im kommenden Jahr mit Nachdruck gefordert“, erklärt ZAR-Obmann Anton Wagner abschließend und strich die Schwerpunkte der Arbeit 2012 hervor, die ein offensives Zuchtviehmarketing auf wichtigen Auslandsmessen sowie die Erhaltung der Rassenvielfalt und Biodiversität als regionales Schaufenster für die Kulturlandschaft umfassen.“
Das ZAR-Motto für 2012 lautet: „Bauern und Rinderwirtschaft sichern Lebensgrundlagen und schaffen die Basis für die gesellschaftliche und soziale Stabilität im ländlichen Raum: Ernährungssicherung, Erhaltung der Kulturlandschaft und Arbeitsplätze.“
19.12.2011


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